Götzl: "Wir brauchen dringend ein besseres Investitionsklima"
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(GVB), Stephan Götzl, fordert angesichts der seit Jahren anhaltenden
Zurückhaltung der Unternehmen bessere Rahmenbedingungen für private
Investitionen in Deutschland. "Wir brauchen dringend ein besseres
Investitionsklima. Die Kauflaune ist gut, der Arbeitsmarkt boomt und
trotzdem halten sich die Betriebe mit Ausgaben für neue Maschinen
oder Anlagen zurück", sagt Götzl. Die Politik müsse aktiv werden, um
private Investitionen gezielt zu fördern. Götzl "Wer heute nicht
investiert, dem drohen morgen Einbußen bei Wohlstand und
Wettbewerbsfähigkeit."
Der GVB-Präsident spricht sich für steuerliche Anreize aus, um die
Investitionsbereitschaft des Mittelstands zu stimulieren. Konkret
tritt er dafür ein, die im Jahr 2008 abgeschaffte degressive
Abschreibung wieder einzuführen. Außerdem verlangt Götzl einen
dauerhaften Abbau der kalten Progression, die den zahlreichen kleinen
Personengesellschaften in Deutschland zu schaffen macht. Die
Belastungen des Staatshaushalts durch diese Maßnahmen halten sich
nach Einschätzung Götzls mittelfristig in Grenzen: "Errichtet ein
Unternehmen eine neue Werkshalle in Deutschland, ergeben sich daraus
in Zukunft automatisch höhere Steuereinnahmen."
Die 281 bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken stehen
bereit, um den Mittelstand im Freistaat bei zusätzlichen
Investitionen zu begleiten, wie Götzl betont. Die
Kreditgenossenschaften haben bereits in den vergangenen Jahren ihr an
Firmenkunden ausgereichtes Kreditvolumen auf rund 39 Mrd. Euro
(Stand: 3. Quartal 2014) ausgeweitet. "Wir haben die Mittel und das
Knowhow, um die bayerische Wirtschaft mit zusätzlichen Krediten zu
versorgen", sagt Götzl. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die
Kreditvergabe nicht durch weitere Regulierungsschritte erschwert
wird. Dies würde die ohnehin schwache Investitionstätigkeit weiter
ausbremsen.
Die Investitionszurückhaltung der Privatwirtschaft in Deutschland
ist eklatant. Die Investitionsquote sinkt in der Tendenz seit Jahren
und liegt unter der von anderen Industrieländern wie Frankreich. Nach
letztverfügbaren Angaben von Eurostat beliefen sich die
Bruttoanlageinvestitionen 2013 auf 19,8 Prozent des BIP. Nach Abzug
der Abschreibungen liegen die Anlageinvestitionen der deutschen
Unternehmen damit nur knapp über der Nulllinie. Volkswirte sehen das
kritisch, da ein großer und moderner Kapitalstock die Voraussetzung
für nachhaltiges reales Wirtschaftswachstum ist.
Der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) vereint unter seinem Dach
1.296 genossenschaftliche Unternehmen mit rund 2,8 Millionen
Mitgliedern. Dazu zählen 286 bayerische Volksbanken und
Raiffeisenbanken sowie 1.010 ländliche und gewerbliche
genossenschaftliche Unternehmen. (Stand 30.6.2014)
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Florian Ernst
Pressesprecher
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Türkenstraße 22-24, 80333 München
Tel. 089 / 2868 - 3402
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Datum: 07.01.2015 - 09:47 Uhr
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