NOZ: Interview mit Justus Frantz, Stardirigent
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auf dem Roten Platz
Stardirigent: Ich mache mir über die friedensstiftende Wirkung
keine Illusionen
Osnabrück.- Stardirigent Justus Frantz will im Mai mit seiner
Philharmonie der Nationen sowohl auf dem Maidan in Kiew als auch auf
dem Roten Platz in Moskau Konzerte geben. In einem Interview mit der
"Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag) sagte Frantz, über die
friedensstiftende Wirkung der Konzerte mache er sich keine
Illusionen. "Natürlich glaube ich nicht daran, dass ich mit den
Mitteln der Musik die Welt verändern kann." Er unternehme die Reise
vielmehr, "weil ein Orchester, das aus 50 Nationen besteht, ein
Symbolträger ist". In seinem Orchester werden ukrainische und
russische Musiker zusammen auftreten.
Noch im vergangenen Jahr hatte sich der Dirigent in einem Gespräch
mit der Wochenzeitung "Die Zeit" als "Putin-Versteher" bezeichnet.
Jetzt sagte er in dem Interview: "Putin ist mir nicht so wichtig.
Wichtig ist mir, dass wir nicht wieder in einen Kalten Krieg
zurückfallen." Im Dialog mit Russland hätte der Westen schwere Fehler
begangen, sagte der Pianist und Dirigent weiter. "Wir hätten ihnen,
wie der Ukraine, die Möglichkeit geben müssen, sich in irgendeiner
Form mit der EU zu assoziieren." Putin sei kein Heiliger, "aber die
Fehler liegen auch sehr deutlich auf westlicher Seite", sagte Frantz.
Justus Frantz hat die Philharmonie der Nationen zusammen mit
Leonard Bernstein 1995 gegründet.
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Datum: 08.01.2015 - 05:00 Uhr
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