Rheinische Post: Schweizer Kapitulation vor der EZB
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den Euro band, hat sie den Grundsatz guter Geldpolitik missachtet:
Eine unabhängige Notenbank sichert den Wert der Währung, aber nicht
die heimische Konjunktur. Die Schweizer jedoch wollten ihre
Exporteure schützen. Das Versprechen haben sie teuer bezahlt: Immer
mehr Euro und Staatsanleihen mussten sie kaufen, um den Mindestkurs
zu halten. Bevor der Schrecken kein Ende nimmt, hat sich die
Notenbank nun für ein Ende mit Schrecken entschieden - und überhastet
die Reißleine gezogen. Das beschädigt zwar ihre Glaubwürdigkeit und
die Schweizer Exportwirtschaft, doch am Ende blieb ihr keine Wahl.
Die Schweizer Geldpolitik ist gescheitert, weil sie die Rechnung ohne
die Europäische Zentralbank (EZB) gemacht hat. Die hat schon seit
Jahren kein Interesse an einem starken Euro. Ein schwacher Euro wirkt
schließlich wie ein Konjunkturprogramm und hilft, die Deflation zu
bannen. Nächsten Donnerstag will die EZB mit dem
Staatsanleihen-Ankauf zum neuen Schlag ausholen. Diese
Abwertungsrunde hätte die Schweiz nicht mehr kontern können. Der
lange Arm von EZB-Präsident Draghi reicht bis Zürich. Die Schweiz ist
ohnmächtiger, als sie glaubte.
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Datum: 15.01.2015 - 20:28 Uhr
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