Vorsitzender der Heidegger-Gesellschaft zurückgetreten
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SWR-Informationen als Vorsitzender der Martin-Heidegger-Gesellschaft
zurückgetreten. In SWR2 sagte Günter Figal gestern (Donnerstag,
15.1.2015), die antisemitischen Passagen in den im letzten Jahr
veröffentlichten "Schwarzen Heften" hätten ihn schockiert. Er könne
die Martin-Heidegger-Gesellschaft nicht mehr repräsentieren, obwohl
er sie nie als einen Verein zur "Heldenverehrung" verstanden habe.
Wörtlich sagte Figal: "Als Vorsitzender einer Gesellschaft, die einen
Namenspatron hat, ist man ja in gewisser Weise auch Repräsentant
dieser Person, und das möchte ich nach der Lektüre der Schwarzen
Hefte, und zwar speziell der antisemitischen Passagen in den
Schwarzen Heften nicht mehr sein. Mich haben diese Äußerungen nicht
nur schockiert, sondern derart umgewendet, dass es mir doch sehr
schwierig zu sein scheint, das mit zu repräsentieren." Der Freiburger
Philosoph sagte, es sei jetzt an der Zeit, Heideggers Philosophie in
der NS-Zeit gründlich zu erforschen. Figal wörtlich: "Die
Verstrickung Heideggers in den Nationalsozialismus ist viel größer,
als wir bisher wissen konnten, und das heißt, man muss unter diesem
Gesichtspunkt die 30er-Jahre-Phase überhaupt erst mal gründlich
erforschen. Und das kann man, sobald hinreichend Material dafür da
ist." Allerdings wird die kritische Heidegger-Forschung dadurch
behindert, dass die Heidegger-Erben den Zugriff auf Tausende von
Manuskriptseiten, die im Deutschen Literaturarchiv in Marbach lagern,
verhindern. Die Handschriften dürfen nur mit Genehmigung der Erben
eingesehen werden dürfen. Günter Figal schließt sich nun den
Kritikern an, die schon länger fordern, diese Barriere im Interesse
der Forschung endlich wegzuräumen.
Zitate freigegebenen bei Nennung "Quelle: SWR2".
Anfragen an die Redaktion SWR2 Aktuelle Kultur unter Tel.
07221-929-22151 Pressekontakt: Oliver Kopitzke, Tel.: 07221
929-23854, oliver.kopitzke@swr.de
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Datum: 16.01.2015 - 11:13 Uhr
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