Rheinische Post: Kommentar /
Spaßbremsen im Narrenland
= Von Horst Thoren
ID: 1165464
gefährden den Karneval. Sie stört, was andere fröhlich macht. Wenn
nebenan gesungen, geschunkelt und gelacht wird, rufen sie Polizei und
Ordnungsamt. Selbst die Justiz wird eingeschaltet, wenn es darum
geht, Büttenrednern, Sängern und Parodisten das Maul zu stopfen. Das
Brauchtum, vielfach besungen ("Da simmer dabei. . . "), droht zu
verkommen - zur Trauerveranstaltung ohne Tusch und Tamtam. Dabei hat
jüngst erst die Unesco-Kommission den Karneval zum Kulturerbe
auserkoren. Und jetzt das: In Düsseldorf, außerhalb von Köln als
Narrenhochburg anerkannt, wurde zum wiederholten Mal feiernden Jecken
der Saft abgedreht. Da lachen die Domstädter nur bedingt, denn
überall nimmt die Zahl der Spaßbremsen zu, die ausrasten, "wenn dat
Trömmelche jeht". Tatsächlich muss es Grenzen geben. Auch für den
Frohsinn. Motto: "Leeve un leeve losse". Oder konkret: Feiern und
schlafen lassen. Wer in rheinischen Landen lebt, sollte wohl
akzeptieren, dass ab und an auch nach Mitternacht noch gelacht wird.
Wer feste feiern und Beschwerden vermeiden will, kann sich die Bläck
Fööss zum Vorbild nehmen: "Drenk doch ene mött." Wer dabei ist, wird
sich kaum gestört fühlen. Aschermittwoch ist früh genug.
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Datum: 27.01.2015 - 20:57 Uhr
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