Westfalenpost: Joachim Karpa zum Konflikt in der Ukraine
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Kämpfe im Osten des Landes weiten sich aus. Prorussische Rebellen
haben eine Großoffensive gestartet und vergrößern mit jedem Tag ihr
Herrschaftsgebiet. Allein 7000 Menschen sollen in der Stadt Debalzewo
bei Donezk ohne Wasser, Strom und Heizung von Separatisten umstellt
sein. Sicher, nicht jede Nachricht aus dem Kriegsgebiet darf für bare
Münze genommen werden. Die Propagandaabteilungen auf beiden Seiten
versuchen, die Medien zu beeinflussen. Gleichwohl, die Nachrichten
über die dramatische Entwicklung machen den Menschen hierzulande
Angst. Angst vor einem Krieg zwischen Russland und der Ukraine, Angst
vor einem Flächenbrand in Europa. Dass Kanzlerin Merkel und
Frankreichs Präsident Hollande heute in Moskau überraschend einen
neuen Vermittlungsversuch starten, unterstreicht die brisante Lage.
Offenbar ohne eine Vorleistung erbracht zu haben, setzen sie sich mit
dem russischen Präsidenten Putin an einen Tisch. Auch wenn sich die
Stimmen mehren, die Ukraine mit Waffenlieferungen zu unterstützen,
wenn formelhaft beschworen wird "Manchmal braucht es Waffen, um
Waffen zu stoppen", ist jeder Versuch, den Konflikt diplomatisch zu
lösen, zu begrüßen. Wenn dies nicht gelingt, was dann? Aktionen finden immer auf Kosten der Zivilbevölkerung statt. Frieden
schaffen mit mehr Waffen? Das ist eine Illusion. Und das gilt es, mit
allen Werkzeugen der Politik zu verhindern. Merkel und Hollande
versuchen es. Vielleicht die letzte Chance für eine Vermittlung.
Offen bleibt die Frage, welche Druckmittel die EU hat, um ein
Einlenken Putins zu bewirken. Die bislang halbherzigen Sanktionen
genügen nicht.
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Datum: 05.02.2015 - 22:29 Uhr
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