Heidelberger Astronomen entdecken einen seltenen Planeten

Heidelberger Astronomen entdecken einen seltenen Planeten

ID: 1172536

idelberger Astronomen entdecken einen seltenen Planeten


Kepler-432b ist ein dichter, massereicher Himmelskörper mit extremen Jahreszeiten

Einen seltenen Planeten haben unabhängig voneinander zwei Forschungsgruppen von Heidelberger Astronomen entdeckt. Der Himmelskörper mit der Bezeichnung Kepler-432b ist einer der dichtesten und massereichsten Planeten, die bisher bekannt sind. Er hat die sechsfache Masse des Jupiter, ist dabei aber etwa ebenso groß wie dieser, wie die Teams um Mauricio Ortiz vom Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg (ZAH) und Simona Ciceri vom Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) in Heidelberg herausgefunden haben. Ungewöhnlich für einen Planeten, der sich wie Kepler-432b um einen riesigen Stern bewegt, sind auch die Form und die Größe seiner Umlaufbahn. In weniger als 200 Millionen Jahren wird der Planet jedoch wahrscheinlich von diesem sogenannten "Roten Riesen" verschluckt werden. Die Forschungsergebnisse wurden in "Astronomy Astrophysics" veröffentlicht.

"Die meisten bekannten Planeten, die sich um Riesensterne bewegen, haben große, kreisförmige Umlaufbahnen. Mit seiner kleinen, sehr langgezogenen Umlaufbahn ist Kepler-432b ein ?Außenseiter? unter dieser Art von Planeten", erklärt Dr. Davide Gandolfi von der Landessternwarte Königstuhl, die ein Teilinstitut des ZAH ist. Dr. Gandolfi ist Mitglied der dortigen Forschergruppe, die den Planeten entdeckt hat. Nach seinen Angaben hat der Stern, um den sich Kepler-432b bewegt, den nuklearen Brennstoff in seinem Kern bereits aufgebraucht und dehnt sich allmählich aus. Sein Radius ist bereits jetzt viermal so groß wie der unserer Sonne und wird sich in Zukunft noch weiter vergrößern. Da der Stern eine rötliche Farbe hat, wird er von Astronomen als "Roter Riese" bezeichnet.

Auf seiner Umlaufbahn nähert sich Kepler-432b seinem Stern in manchen Phasen überaus dicht an, in anderen ist der Abstand deutlich größer. Dadurch kommt es im Laufe eines Planeten-Jahres, das 52 Erd-Tagen entspricht, zu enormen Temperaturunterschieden. "Während der kalten Jahreszeit liegen die Temperaturen auf Kepler-432b bei rund 500 Grad Celsius. In der kurzen Sommerzeit können sie sogar auf etwa 1.000 Grad Celsius steigen", so die Astronomin Dr. Sabine Reffert von der Landessternwarte Königstuhl. Kepler-432b war bereits im Zuge der Kepler-Satellitenmission der NASA als möglicher Transitplanet identifiziert worden. Ein solcher Planet zieht von der Erde aus gesehen vor seinem Stern vorbei und verdunkelt so in regelmäßigen Abständen das Sternenlicht.

Beide Forschergruppen haben für ihre Datengewinnung das 2,2-Meter-Teleskop der Calar-Alto-Sternwarte im spanischen Andalusien genutzt. Die Wissenschaftler von der Landessternwarte haben Kepler-432b zudem mit dem "Nordic Optical Telescope" auf der Kanarischen Insel La Palma beobachtet. Damit konnten sie hochpräzise Messungen durchführen, um die Masse des Planeten zu bestimmen. "Nur durch die flexible Zuteilung von Beobachtungszeit an den Teleskopen und die sehr gute Unterstützung der Techniker und Teleskop-Operatoren vor Ort war die Entdeckung von Kepler-432b möglich", betont Dr. Gandolfi.

"Die Tage von Kepler-432b sind allerdings gezählt", so Mauricio Ortiz, der als Promotionsstudent an der Universität Heidelberg eine der beiden Untersuchungen zu diesem Planeten geleitet hat. "In weniger als 200 Millionen Jahren wird Kepler-432b von seinem weiterhin expandierenden Stern verschluckt. Das könnte die Erklärung sein, warum wir nicht noch weitere Planeten wie Kepler-432b finden - sie existieren nach den Maßstäben der Astronomen nur für eine sehr kurze Zeit."

Originalveröffentlichungen:
M. Ortiz, D. Gandolfi, S. Reffert, A. Quirrenbach, H.J. Deeg, R. Karjalainen, P. Montañés-Rodríguez, D. Nespral, G. Nowak, Y. Osorio and E. Palle: Kepler-432 b: a massive warm Jupiter in a 52 day eccentric orbit transiting a giant star, Astronomy Astrophysics 573 (January 2015), doi: 10.1051/0004-6361/201425146

S. Ciceri, J. Lillo-Box, J. Southworth, L. Mancini, T. Henning, D. Barrado: Kepler-432 b: a massive planet in a highly eccentric orbit transiting a red giant, Astronomy Astrophysics 573 (January 2015), doi: 10.1051/0004-6361/201425145


Kontakt:

Dr. Davide Gandolfi, Privatdozentin Dr. Sabine Reffert
Landessternwarte Königstuhl
Tel. +49 6221 54-1722, -1713
dgandolfi@lsw.uni-heidelberg.de sreffert@lsw.uni-heidelberg.de

Dr. Guido Thimm
Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg, Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49 6221 54-1842
thimm@ari.uni-heidelberg.de

Kommunikation und Marketing Pressestelle
Tel. +49 6221 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de



(pressrelations) - onomen entdecken einen seltenen Planeten


Kepler-432b ist ein dichter, massereicher Himmelskörper mit extremen Jahreszeiten

Einen seltenen Planeten haben unabhängig voneinander zwei Forschungsgruppen von Heidelberger Astronomen entdeckt. Der Himmelskörper mit der Bezeichnung Kepler-432b ist einer der dichtesten und massereichsten Planeten, die bisher bekannt sind. Er hat die sechsfache Masse des Jupiter, ist dabei aber etwa ebenso groß wie dieser, wie die Teams um Mauricio Ortiz vom Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg (ZAH) und Simona Ciceri vom Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA) in Heidelberg herausgefunden haben. Ungewöhnlich für einen Planeten, der sich wie Kepler-432b um einen riesigen Stern bewegt, sind auch die Form und die Größe seiner Umlaufbahn. In weniger als 200 Millionen Jahren wird der Planet jedoch wahrscheinlich von diesem sogenannten "Roten Riesen" verschluckt werden. Die Forschungsergebnisse wurden in "Astronomy Astrophysics" veröffentlicht.

"Die meisten bekannten Planeten, die sich um Riesensterne bewegen, haben große, kreisförmige Umlaufbahnen. Mit seiner kleinen, sehr langgezogenen Umlaufbahn ist Kepler-432b ein ?Außenseiter? unter dieser Art von Planeten", erklärt Dr. Davide Gandolfi von der Landessternwarte Königstuhl, die ein Teilinstitut des ZAH ist. Dr. Gandolfi ist Mitglied der dortigen Forschergruppe, die den Planeten entdeckt hat. Nach seinen Angaben hat der Stern, um den sich Kepler-432b bewegt, den nuklearen Brennstoff in seinem Kern bereits aufgebraucht und dehnt sich allmählich aus. Sein Radius ist bereits jetzt viermal so groß wie der unserer Sonne und wird sich in Zukunft noch weiter vergrößern. Da der Stern eine rötliche Farbe hat, wird er von Astronomen als "Roter Riese" bezeichnet.

Auf seiner Umlaufbahn nähert sich Kepler-432b seinem Stern in manchen Phasen überaus dicht an, in anderen ist der Abstand deutlich größer. Dadurch kommt es im Laufe eines Planeten-Jahres, das 52 Erd-Tagen entspricht, zu enormen Temperaturunterschieden. "Während der kalten Jahreszeit liegen die Temperaturen auf Kepler-432b bei rund 500 Grad Celsius. In der kurzen Sommerzeit können sie sogar auf etwa 1.000 Grad Celsius steigen", so die Astronomin Dr. Sabine Reffert von der Landessternwarte Königstuhl. Kepler-432b war bereits im Zuge der Kepler-Satellitenmission der NASA als möglicher Transitplanet identifiziert worden. Ein solcher Planet zieht von der Erde aus gesehen vor seinem Stern vorbei und verdunkelt so in regelmäßigen Abständen das Sternenlicht.



Beide Forschergruppen haben für ihre Datengewinnung das 2,2-Meter-Teleskop der Calar-Alto-Sternwarte im spanischen Andalusien genutzt. Die Wissenschaftler von der Landessternwarte haben Kepler-432b zudem mit dem "Nordic Optical Telescope" auf der Kanarischen Insel La Palma beobachtet. Damit konnten sie hochpräzise Messungen durchführen, um die Masse des Planeten zu bestimmen. "Nur durch die flexible Zuteilung von Beobachtungszeit an den Teleskopen und die sehr gute Unterstützung der Techniker und Teleskop-Operatoren vor Ort war die Entdeckung von Kepler-432b möglich", betont Dr. Gandolfi.

"Die Tage von Kepler-432b sind allerdings gezählt", so Mauricio Ortiz, der als Promotionsstudent an der Universität Heidelberg eine der beiden Untersuchungen zu diesem Planeten geleitet hat. "In weniger als 200 Millionen Jahren wird Kepler-432b von seinem weiterhin expandierenden Stern verschluckt. Das könnte die Erklärung sein, warum wir nicht noch weitere Planeten wie Kepler-432b finden - sie existieren nach den Maßstäben der Astronomen nur für eine sehr kurze Zeit."

Originalveröffentlichungen:
M. Ortiz, D. Gandolfi, S. Reffert, A. Quirrenbach, H.J. Deeg, R. Karjalainen, P. Montañés-Rodríguez, D. Nespral, G. Nowak, Y. Osorio and E. Palle: Kepler-432 b: a massive warm Jupiter in a 52 day eccentric orbit transiting a giant star, Astronomy Astrophysics 573 (January 2015), doi: 10.1051/0004-6361/201425146

S. Ciceri, J. Lillo-Box, J. Southworth, L. Mancini, T. Henning, D. Barrado: Kepler-432 b: a massive planet in a highly eccentric orbit transiting a red giant, Astronomy Astrophysics 573 (January 2015), doi: 10.1051/0004-6361/201425145


Kontakt:

Dr. Davide Gandolfi, Privatdozentin Dr. Sabine Reffert
Landessternwarte Königstuhl
Tel. +49 6221 54-1722, -1713
dgandolfi@lsw.uni-heidelberg.de sreffert@lsw.uni-heidelberg.de

Dr. Guido Thimm
Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg, Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49 6221 54-1842
thimm@ari.uni-heidelberg.de

Kommunikation und Marketing Pressestelle
Tel. +49 6221 54-2311
presse@rektorat.uni-heidelberg.de
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
PresseKontakt / Agentur:

Dr. Davide Gandolfi, Privatdozentin Dr. Sabine Reffert
Landessternwarte Königstuhl
Tel. +49 6221 54-1722, -1713
dgandolfi(at)lsw.uni-heidelberg.de sreffert(at)lsw.uni-heidelberg.de

Dr. Guido Thimm
Zentrum für Astronomie der Universität Heidelberg, Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49 6221 54-1842
thimm(at)ari.uni-heidelberg.de

Kommunikation und Marketing Pressestelle
Tel. +49 6221 54-2311
presse(at)rektorat.uni-heidelberg.de



drucken  als PDF  Europäische Energiesparchampions gesucht! / Neuer Wettbewerb zum Energiesparen für Unternehmen startet / 300 Teilnehmer aus ganz Europa beteiligt / Auch deutsche Firmen können sich bewerben (FOTO) Abgabefrist der Verpackungsverordnung endet am 1. Mai 2015
Bereitgestellt von Benutzer: pressrelations
Datum: 12.02.2015 - 13:15 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1172536
Anzahl Zeichen: 10395

pressrelations.de – ihr Partner für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen und Presseterminen, Medienbeobachtung und Medienresonanzanalysen


Diese Pressemitteilung wurde bisher 387 mal aufgerufen.


Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Heidelberger Astronomen entdecken einen seltenen Planeten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg (Nachricht senden)

Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).

Warum ahmen Kinder unsinniges und ineffizientes Verhalten nach? ...
r unsinniges und ineffizientes Verhalten nach? DFG fördert zwei Heidelberger Forschungsprojekte zum Imitationslernen bei Kindern Kinder lernen etwas über die Funktion von Dingen, indem sie ständig die Handlungen anderer Menschen beobachten und versuchen, diese nachzuahmen. Immer wieder imit

?Planck? Puts Einstein to the Test ...
nstein to the Test Data analysis of satellite mission on dark energy and theory of gravitation Researchers, including physicists from Heidelberg University, have gained new insights into dark energy and the theory of gravitation by analysing data from the "Planck? satellite mission of the

Eine neue Verknüpfung von Stoffwechsel und Regulation ...
fung von Stoffwechsel und Regulation Heidelberger Forscher entdecken modifizierte Ribonukleinsäuren in Bakterien Ribonukleinsäuren (RNS) sind in Zellen vor allem dafür bekannt, dass sie als Boten- oder Gerüstmoleküle dienen. Darüber hinaus können sie aber auch zentrale biochemische Reak


Weitere Mitteilungen von Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg


Abgabefrist der Verpackungsverordnung endet am 1. Mai 2015 ...
Für Unternehmen, die als Hersteller und Vertreiber von Verpackungen tätig sind, endet am 1. Mai 2015 die gesetzliche Frist zur Abgabe der Vollständigkeitserklärung (VE) für das Berichtsjahr 2014. Darauf weist die IHK Saarland hin. Die IHK empfiehlt eine rechtzeitige Registrierung, da ansonsten

Europäische Energiesparchampions gesucht! / Neuer Wettbewerb zum Energiesparen für Unternehmen startet / 300 Teilnehmer aus ganz Europa beteiligt / Auch deutsche Firmen können sich bewerben (FOTO) ...
Für den europaweiten Energiesparwettbewerb "European Enterprises Climate Cup" (EECC) werden jetzt Unternehmen gesucht, die europäische Energiesparchampions werden wollen. Ab dem 5. März werden rund 300 kleine und mittlere Unternehmen aus ganz Europa 15 Monate lang Energie um die

Mineralische Bauabfälle werden fast vollständig umweltverträglich verwertet ...
Baustaatssekretär Gunther Adler hat heute den aktuellen Monitoring-Bericht der "Initiative Kreislaufwirtschaft Bau" entgegengenommen. Adler: "Dass mehr als 90 Prozent der mineralischen Bauabfälle wiederverwertet werden, belegt die hohe Ressourceneffizienz im Bausektor. Die Baubra

Auszeichnung für Energieeffizienz-Netzwerke ...
Die Lernenden Energieeffizienz-Netzwerke (LEEN) sind von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) mit dem Label "Good Practice Energieeffizienz"  ausgezeichnet worden. Dieses Label kennzeichnet Aktivitäten und Projekte, die zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Reduzierung des Ene


 

Werbung



Sponsoren

foodir.org The food directory für Deutschland
News zu Snacks finden Sie auf Snackeo.
Informationen für Feinsnacker finden Sie hier.

Firmenverzeichniss

Firmen die firmenpresse für ihre Pressearbeit erfolgreich nutzen
1 2 3 4 5 6 7 8 9 A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z