NOZ: Gespräch mit Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung
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"Athen kann EU nicht erpressen"
Osnabrück.- Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für
Wirtschaftsforschung (DIW) ist die griechische Regierung dabei, sich
im Streit mit den anderen Eurostaaten "zu verzocken". In einem
Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch) sagte
DIW-Präsident Marcel Fratzscher, die Regierung in Athen sitze am
kürzeren Hebel. "Sie kann Europa nicht erpressen." Er sei aber
optimistisch, dass in den kommenden Tagen zumindest eine Verlängerung
des gegenwärtigen Hilfeprogramms beschlossen werde.
Fratzscher betonte: "Dies kauft der griechischen Regierung jedoch
lediglich Zeit, löst aber die grundlegenden Probleme nicht."
Griechenland steht nach seinen Worten am wirtschaftlichen Abgrund:
"Wenn nicht schnell eine Lösung gefunden wird, dann ist die
Wahrscheinlichkeit einer tiefen Finanzkrise im Land groß. Dies würde
die Wirtschaft wieder tief in die Krise stürzen, die Arbeitslosigkeit
würde steigen und die Einkommen würden weiter sinken."
Den Euro-Finanzministern war es auch am Montagabend nicht
gelungen, den Konflikt mit der von Links- und Rechtspopulisten
getragenen neuen griechischen Regierung zu lösen. Sie setzten den
Griechen eine Frist bis zum Ende der Woche, um das in elf Tagen
auslaufende aktuelle Rettungsprogramm um einige Monate zu verlängern.
Regierungschef Alexis Tsipras macht das Programm wegen seiner Spar-
und Reformauflagen indessen für die Misere Griechenlands
verantwortlich und hat im Wahlkampf angekündigt, es nicht
weiterzuführen.
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Datum: 18.02.2015 - 05:00 Uhr
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