Südwest Presse: KOMMENTAR · EXTREMISMUS
ID: 1179430
Bemerkenswert am Vorgehen der Bremer Polizei gegen die radikale
Islamistenszene ist die Vehemenz. Sie ist bei aller Entwarnung eben
ein keineswegs überzogenes Zeichen des wehrhaften Staates gegen
extremistische Umtriebe. Deutschland braucht mehr davon. Spätestens
seit dem NSU-Skandal müsste es ein Ende haben mit dem Zaudern und
Zögern im Abwehren radikaler Strömungen, seien sie rechter, linker
oder religiöser Natur. Die Polizeigewerkschaft kritisiert die
Zurückhaltung im Einschreiten gegen islamistische Terrorzellen und
-nester. Ein Grund für politisches Phlegma ist, Hysterie zu
vermeiden. Der zweite steckt in der wegen seiner belasteten
Geschichte ausgeprägten Neigung dieses Landes zu politischer
Überkorrektheit. Islamistischer Terror wird nicht als solcher
benannt, um nicht der Ausländerfeindlichkeit oder der Ablehnung von
Flüchtlingen bezichtigt zu werden. Abwiegelei nützt aber nichts. Der
Mensch reagiert nicht wie im Märchen. Er steckt nicht die Guten ins
Töpfchen und die Schlechten ins Kröpfchen. Stattdessen wächst mit der
Angst vor Islamisten-Terror die Urangst gegen Fremdes und Fremde. Das
als weltoffen bekannte Bremen hat ein Exempel statuiert. Gegen
terroristische Umtriebe. Aber in der Wirkung auch dafür, öffentlich
differenzierter wahrzunehmen, wo ein demokratischer Staat und seine
freiheitlichen Werte bedroht sind. Und wo er gefordert ist, in Not
geratenen Menschen zu helfen.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
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Datum: 01.03.2015 - 19:25 Uhr
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