Auswertung Verwahrstellenstatistik 2014
Wachstum vor allem bei den Marktführern
Im Jahr 2014 ist das Marktvolumen um 13,7 % gestiegen, gegenüber 2012 sogar um 24,2 %. Der große Gewinner der letzten zwei Jahre ist die BNP Paribas, deren Volumen seit Ende 2012 um 84 % bzw. 158 Mrd. Euro gewachsen ist. Damit ist allein das Wachstum der BNP Paribas in etwa so groß wie die gesamte Verwahrstelle der J.P. Morgan AG, die mit 48 % bzw. 52 Mrd. Euro selbst zu den ganz großen Gewinnern zählen. Gemeinsam mit der State Street Bank, der Bank of New York Mellon und der HSBC bilden fünf Global Custodians die Top-5 der absoluten Zuwächse. Die Übernahme der Verwahrstellenfuntion der Commerzbank durch die BNP Paribas ist dabei nur für einen Teil des Wachstums verantwortlich.
Beim relativen Wachstum zeigen sich naturgemäß auch kleinere Anbieter. Für die SaarLB bedeutet ein Zugewinn von einer Milliarde bereits eine Steigerung von 56 %. Das Bankhaus Hallbaum konnte sein Volumen sogar versiebenfachen, auf jetzt gut 2 Mrd. Euro. Der letzte Einsteiger in den Markt, die KAS Bank hat die 3-Mrd.-Grenze überschritten. Der vorletzte Einsteiger, Pictet, taucht in der Statistik nicht mehr auf.
Die großen Verlierer sind vor allem und wenig überraschend jene Verwahrstellen, die ihren Abschied aus dem Markt angekündigt haben oder aktiv verfolgen. Insgesamt 14 der 47 Verwahrstellen haben Ende 2014 weniger Fondsvolumen als Ende 2012. Mindestens fünf davon wandern derzeit auf dem Exit-Pfad. Die Nord/LB, die erst vor wenigen Tagen verkündet hat, ihr Verwahrstellengeschäft an die LBBW zu verkaufen, kann auf 46 % Wachstum zurück blicken. Das klingt fast nach einem "Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist."
Durch die starken Gewinne der Großen, aber auch dadurch, dass einige Große ihr Verwahrstellengeschäft an andere Große abgeben konzentriert sich der Markt immer weiter, ohne dass die Anzahl der Marktteilnehmer bisher signifikant geschrumpft ist. Neben der bereits angesprochenen Nord/LB und Commerzbank ist die WestLB größtenteils in der Helaba aufgegangen und - schon etwas länger zurückliegend - die BHF Bank in der BNY Mellon.
Die BVI-Statistik erfasst bisher nur Banken als Verwahrstelle, 47 an der Zahl. Mit den fünf neuen alternativen Verwahrstellen ist die Zahl der Anbieter erstmals seit 2010 wieder jenseits der 50. Auf mittlere Sicht werden diese Neueintritte die Austritte wohl nominell kompensieren.
Die zehn größten Verwahrstellen haben einen Marktanteil von 85 %. Auf insgesamt 90 % gemeinsamen Marktanteil kommen die größten 13. Vor zwei Jahren waren es noch 81 % bei den Top 10. Die 90 % wurden 2012 zusammen mit 15 Deptobanken erreicht. In der ersten Depotbankstatistik Ende 2011 haben diesen Wert die führenden 17 gemeinsam erreicht. Der Betrag von 1,47 Billionen Euro in rund 5.600 Wertpapierfonds entspricht einer durchschnittlichen Fondsgröße von 262 Mio. Euro. Damit ist der durchschnittliche Wertpapierfonds im letzten halben Jahr um 20 Mio. Euro gewachsen. Das entspricht 8,2 %, wobei Spezialfonds (mit 9% von 300 auf 327 Mio. Euro) stärker gewachsen sind als Publikumsfonds (um 5 % von 142 auf 149 Mio. Euro). Ob dies an unterschiedlichen Mittelzuflüssen oder an verschiedenen Anlagestrategien liegt, lässt sich aus der Statistik nicht ermitteln. Interessant sind auch die Unterschiede in den Fondsgrößen. Während bei den großen Gloabl Custodians ein Fonds im Schnitt mehr als 300 Mio. Euro umfasst, bewegen sich die Fondsgrößen jenseits der Top-20 eher um oder unter 100 Mio. Euro.
Eine anschauliche Darstellung der Auswertung können Sie hier (http://www.konsort.de/fileadmin/konsort/documents/2015-03-10_Verwahrstellenstatistik_Konsort.pdf) herunterladen.Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
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Datum: 10.03.2015 - 15:40 Uhr
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