ROG: Morde an Bloggern in Bangladesch dürfen nicht straffrei bleiben

ROG: Morde an Bloggern in Bangladesch dürfen nicht straffrei bleiben

ID: 1193307
(ots) - Reporter ohne Grenzen fordert die Behörden in
Bangladesch dazu auf, den Mord an dem Blogger Washiqur Rahman mit
Nachdruck zu verfolgen und aufzuklären. Am heutigen Montag haben
Unbekannte den 27-Jährigen mit langen Messern wegen seiner Texte
angegriffen und erschlagen. (http://bit.ly/1HeFBLw) Vor vier Wochen
erst war ein anderer Blogger mit Macheten ermordet:

"Die Regierung in Dhaka muss jetzt verhindern, dass sich ein Klima
der Angst und Selbstzensur breit macht", sagt ROG-Vorstandssprecher
Michael Rediske in Berlin. "Angesichts der Zunahme von Gewalt muss
die Regierung Blogger und kritische Journalisten besser schützen."

Am Montagvormittag griffen drei Unbekannte Rahman in der Nähe
seines Wohnhauses in Dhaka an und schlugen mit langen Messern auf ihn
ein. Zwei mutmaßliche Angreifer wurden auf der Flucht gefasst, ein
dritter Mann ist offenbar noch flüchtig. Nach Angaben der Polizei
handelt es sich bei den Festgenommenen um Madrasa-Schüler, die
islamkritische Schriften des Bloggers als Motiv für ihre Tat nannten.
(http://bit.ly/1BVBNKg)

MORD WEGEN ISLAMKRITISCHER ÄUSSERUNGEN

Erst am 26. Februar töteten mehrere Angreifer den in Bangladesch
bekannten Blogger und Buchautor Avijit Roy mit Macheten. Der in den
USA lebende Roy war Gründer des Blogs Mukto-Mona, der sich kritisch
mit dem Islam auseinandersetzt. Auch seine Ehefrau wurde bei dem
Angriff schwer verletzt, der sich nach dem Besuch einer Buchmesse
ereignete. Kurz nach dem Mord bekannte sich die bis dahin unbekannte
Gruppe Ansar Bangla 7 zu der Tat. Auf ihrem Twitter-Account
begründete sie den Mord mit Roys angeblichen "Verbrechen gegen den
Islam". (http://bit.ly/1GGqHj7) Roy war wiederholt von islamistischen
Fundamentalisten bedroht worden.

WEITERE ANGRIFFE

Bereits 2013 ermordeten Islamisten den bekannten Blogger Ahmed


Rajib Haider. Während zehntausende Menschen damals zu Protesten auf
die Straße gingen, forderten radikale Islamisten, "atheistische
Blogger" wegen Gotteslästerung hinzurichten. Die Regierung ließ
später vier Blogger festnehmen und sperrte mehrere, vor allem
islamkritische Webseiten und Blogs. Der Mord an Haider ist bis heute
nicht aufgeklärt worden. (http://bit.ly/1OPHHqG)

TODESLISTE MIT NAMEN KÜNFTIGER OPFER

Vor allem Blogger, die sich kritisch mit der Rolle des Islam und
mit Themen wie der Scharia beschäftigten, müssen mit Bedrohungen und
massiven Angriffen rechnen. So veröffentlichte die Islamistengruppe
Ansar al Islam Bangladesh im November 2014 bei Facebook eine
Todesliste mit den Namen religionskritischer Blogger und Aktivisten.
Dort rühmte sie sich unter anderem mit dem Mord an dem Blogger Ahmed
Rajib Haider. Als künftiges Opfer nannte sie unter anderem den
Blogger Asif Mohiuddin, der eine Messerattacke am 14. Januar 2013 nur
knapp überlebt hatte. ROG unterstützt Mohiuddin, der sich Anfang
vergangenen Jahres nach Deutschland geflüchtet hat.
(http://bit.ly/1Nyw062)

Auf der internationalen Rangliste der Pressefreiheit 2015 belegt
Bangladesch Platz 146 von 180 Ländern.



Pressekontakt:
Reporter ohne Grenzen
Silke Ballweg / Christoph Dreyer
presse@reporter-ohne-grenzen.de
www.reporter-ohne-grenzen.de
T: +49 (0)30 609 895 33-55
F: +49 (0)30 202 15 10-29

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Datum: 30.03.2015 - 15:31 Uhr
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