Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar: Zahl der Insolvenzen in OWL sinkt
Gut aufgestellt
MATTHIAS BUNGEROTH
ID: 1196014
weltwirtschaftlich so schnelllebigen Zeiten gebührend zur Kenntnis
nehmen: Die Zahl der Firmenzusammenbrüche in Ostwestfalen-Lippe sinkt
teilweise rekordverdächtig schnell. Das heißt nichts anderes als: Die
meisten Betriebe zwischen Wiehengebirge, Weserbergland, Lipperland
und Egge gehen gut aufgestellt ins neue Geschäftsjahr. Eine
Bestandsaufnahme, die nicht selbstverständlich ist, wie man in
Nachbarländern sehen kann. Ein Erfolg, der das Resultat harter
Arbeit, eines ständigen Innovationsprozesses und fortlaufender
Anpassung an die Dynamisierung der Märkte ist. Gerade der Export ist
für die vielen Industriebetriebe Ostwestfalen-Lippes eine tragende
Säule, ohne die ein Wachstum kaum noch denkbar ist. Aktuell
profitiert der Handel von den niedrigen Rohstoffpreisen, die dem
privaten Verbraucher mehr Spielraum für individuelle Ausgaben
ermöglichen. Das Baugewerbe bekommt viel Rückenwind durch das nach
wie vor niedrige Zinsniveau. Sparen lohnt sich kaum, Investitionen in
Immobilien und deren Modernisierung haben Hochkonjunktur. Doch diese
Effekte können schnell ihr Ende finden. Hinzu kommt, dass die
Niedrigzinsphase gerade in der Eurozone durchaus auch kritisch
gesehen wird. Nachhaltigkeit in der Zukunftsplanung ist deshalb
gefragt. Die Entwicklung innovativer Produkte und Dienstleistungen
steht hierbei ebenso im Zentrum wie die Eroberung neuer Märkte. Eine
Schlüsselfrage wird zudem in der Anwerbung gut qualifizierter
Fachkräfte liegen. Denn schon jetzt haben viele Unternehmen Probleme,
genügend junge Auszubildende zu gewinnen. Aus den Schülerzahlen in
OWL allein wird sich der berufliche Nachwuchs mittelfristig kaum mehr
rekrutieren lassen. Fachkräfte müssen zunehmend anderenorts
angeworben werden. Argumente hierfür gibt es genug. Wie gesagt: Die
OWL-Unternehmen sind gut aufgestellt.
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Datum: 07.04.2015 - 20:30 Uhr
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