Bayerns Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften bleiben auf Wachstumskurs
ID: 1199425
?Ungeachtet dessen bleiben die bayerischen Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften eine wichtige Triebfeder der regionalen Wirtschaftskreisläufe?, sagte Alexander Büchel, Vorstandsmitglied beim Genossenschaftsverband Bayern (GVB), bei der Jahrespressekonferenz. Mit rund 18.000 Mitarbeitern und 677.000 Mitgliedern seien sie in nahezu allen wichtigen Branchen wie Warengeschäft, Handwerk, Handel, Gesundheitswesen oder Energie vertreten. Büchel: ?Damit tragen die Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung in allen Regionen des Freistaats bei.?
Milchgenossenschaften steigern Umsatz
Die 163 Milchgenossenschaften erwirtschafteten 2014 einen Gesamtumsatz von 3,42 Milliarden Euro (+2,3 Prozent). Davon wurden 2,60 Milliarden Euro in den 21 genossenschaftlichen Molkereien und Sennereien umgesetzt (+3,8 Prozent). Trotz des rückläufigen Spotmarktpreises für Milch konnten die Milchgenossenschaften in der ersten Jahreshälfte noch steigende Umsätze verzeichnen, da sie zu Handelspreisen abrechnen, die dem Spotmarktpreis zeitversetzt folgen. Sie nehmen eine unverändert bedeutende Marktposition ein: 60 Prozent der gesamten bayerischen Milchmenge entlang der Wertschöpfungskette geht durch genossenschaftliche Hände.
Mit dem Ende der EU-weiten Milchquote am 1. April 2015 erwartet der GVB keine gravierenden Marktverwerfungen. Die niedrigen Milchpreise wirkten einer starken Überproduktion entgegen, sagte Büchel. Sonderregelungen zur Abrechnung der sogenannten Superabgabe erteilte er eine Absage: ?Die Rahmenbedingungen jetzt zu ändern, schafft nur Unsicherheit beim Übergang von der Milchquote zur freien Marktwirtschaft.? Grundsätzlich hält der GVB die Zukunftsaussichten auf dem Milchmarkt für positiv, da der Export in Länder außerhalb der EU weiter zunimmt. Allerdings sei mit stärkeren Schwankungen des Milchpreises zu rechnen, die ein intensives betriebliches Risikomanagement erfordern.
Raiffeisen-Warengeschäft ist wesentlicher Bestandteil der Nahversorgung
Im Raiffeisen-Warengeschäft erreichten die 32 Bezugs- und Absatzgenossenschaften, 67 Kreditgenossenschaften mit Warengeschäft sowie die 11 sonstigen ländlichen Handelsbetriebe 2014 einen Umsatz in Höhe von 1,36 Milliarden Euro (-3,1 Prozent). Der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ist insbesondere auf die marktbedingt gesunkenen Preise für Getreide sowie Treib- und Schmierstoffe zurückzuführen.
Offensiv sprach GVB-Vorstand Büchel an, dass die Raiffeisen-Warenbetriebe vor der Herausforderung stehen, ?die Mittlerfunktion zwischen Landwirtschaft und Industrie zu bewahren?. Der GVB sieht daher drei Handlungsfelder für den genossenschaftlichen Warenhandel: Er müsse sein Profil als Dienstleister für die Landwirtschaft weiter schärfen, die Digitalisierung vorantreiben und die Marke Raiffeisen durch einen einheitlicheren Markenauftritt stärken.
Energiegenossenschaften ermöglichen dezentrale Energiewende
Die 255 Energiegenossenschaften im Freistaat blicken auf eine insgesamt solide Geschäftsentwicklung im Jahr 2014 zurück. Die Umsätze stiegen um 1,9 Prozent auf 454 Millionen Euro. Insbesondere die Umsätze bei den Photovoltaikgenossenschaften legten zu. Dagegen verzeichneten die Energieversorgungsgenossenschaften bedingt durch gesunkene Gaspreise einen leichten Umsatzrückgang. Mit rund 31.000 Mitgliedern sind die Energiegenossenschaften bayernweit der bedeutendste Akteur einer von den Bürgern getragenen und dezentralen Energiewende.
Büchel forderte von der Politik Planungssicherheit, damit die Genossenschaften dauerhaft zu einer funktionierenden Energieversorgung im Freistaat beitragen können. Er begrüße es, dass mittlerweile die Frage im Vordergrund stehe, wie sich der Zubau an erneuerbaren Energien in den Strommarkt integrieren lässt. Politische Zusagen aus der Vergangenheit, auf deren Basis Investitionsentscheidungen getroffen wurden, müssten jedoch eingehalten werden. Zugleich bekräftigte Büchel, dass sich der GVB weiterhin für eine dezentrale, lastzentren- und bürgernahe Energie- und Wärmeversorgung einsetzen werde.
GVB nimmt 31 neugegründete Mitglieder auf
Die Rechtsform der Genossenschaft war auch 2014 für Gründer attraktiv: Der GVB nahm 31 neue Genossenschaften als Mitglieder auf. Davon gründeten sich 16 im Energiebereich, die weiteren in den Bereichen Marketing und Beratung, Handel sowie Soziales und Kultur. Zehn Genossenschaften nahmen ihre Arbeit in Oberbayern auf, sechs in Mittelfranken, fünf in Schwaben, jeweils drei in der Oberpfalz und in Unterfranken, jeweils zwei in Oberfranken und in Niederbayern. Unter dem Strich stieg die Zahl der im GVB vertretenen Mitglieder zum Jahresende 2014 auf 1.294 (2013: 1.283). Darin enthalten sind auch die 281 Volksbanken und Raiffeisenbanken im Freistaat.
HGB für kleine und mittlere Unternehmen erhalten
Ablehnend setzte sich Büchel mit Ansätzen des Londoner International Accounting Standard Board (IASB) auseinander, den internationalen Rechnungslegungsstandard IFRS in abgewandelter Form auch auf kleine und mittelständische Unternehmen auszuweiten. ?Einer schleichenden Ausweitung der IFRS-Rechnungslegung im deutschen Mittelstand muss frühzeitig entgegengewirkt werden?, stellte der GVB-Vorstand klar. Der kapitalmarktorientierte IFRS-Standard biete keinerlei Vorteile für kleine und mittlere Unternehmen, die bisher in der Regel die Vorschriften des Handelsgesetzbuchs (HGB) anwenden. Er berücksichtige auch nicht Besonderheiten von Rechtsformen wie der Genossenschaft und bedrohe damit ?die genossenschaftliche Bilanzierungswelt und letztlich die genossenschaftlichen Geschäftsmodelle?. Büchel sprach sich dafür aus, weiterhin am bewährten HGB-Standard festzuhalten, der auf dem Prinzip der kaufmännischen Vorsicht basiert.
Shortlink zu dieser Pressemitteilung:
http://shortpr.com/yu2i15
Permanentlink zu dieser Pressemitteilung:
http://www.themenportal.de/unternehmen/bayerns-waren-und-dienstleistungsgenossenschaften-bleiben-auf-wachstumskurs-27655Weitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Der Genossenschaftsverband Bayern e.V. (GVB) vereint unter seinem Dach 1.294 genossenschaftliche Unternehmen. Dazu zählen 281 Volksbanken und Raiffeisenbanken sowie 1.013 ländliche und gewerbliche Unternehmen mit insgesamt 53.000 Beschäftigten und 2,9 Millionen Mitgliedern. Damit bilden die bayerischen Genossenschaften eine der größten mittelständischen Wirtschaftsorganisationen im Freistaat. (Stand 01.01.2015)
Genossenschaftsverband Bayern e.V.
Florian Ernst
Türkenstraße 22 - 24
80333 München
presse(at)gv-bayern.de
089 - 28683402
www.gv-bayern.de
Datum: 15.04.2015 - 14:55 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1199425
Anzahl Zeichen: 7259
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Florian Ernst
Stadt:
München
Telefon: 089 - 28683402
Kategorie:
Sonstiges
Diese Pressemitteilung wurde bisher 374 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Bayerns Waren- und Dienstleistungsgenossenschaften bleiben auf Wachstumskurs"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Genossenschaftsverband Bayern e.V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die aktuelle Debatte über Enteignungen großer Wohnungsunternehmen in Berlin ist aus Sicht des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB) ein Irrweg. Sie setzt an den falschen Stellen an und gefährdet zugleich die Voraussetzungen für dringend benötigte Investitionen in neuen Wohnraum. "Deutschl
Energiegenossenschaften investieren weiter in die Energiewende / Photovoltaik und Wärme legen deutlich zu - GVB warnt vor neuen Unsicherheiten durch Netz- und EEG-Reformen ...
Die 364 bayerischen Energiegenossenschaften im Genossenschaftsverband Bayern (GVB) blicken auf ein durchwachsenes Geschäftsjahr 2025 zurück. Während Photovoltaik- und Wärmegenossenschaften deutlich im Umsatz zulegten, gab es im Bereich Windkraft starke Rückgänge. Insgesamt lagen die Umsatz- un
Genossenschaften aus Dienstleistung, Handel und Soziales ziehen positive Bilanz ...
Vom Arzneimittelgroßhandel bis zur IT-Dienstleistung, von der Dorfwirtschaft bis zur Taxizentrale: Genossenschaften steigern Umsatz- und sonstige Erlöse auf knapp elf Milliarden Euro Die 265 Genossenschaften in den Bereichen Dienstleistung, Handel und Soziales im Genossenschaftsverband Bayern (GV
Weitere Mitteilungen von Genossenschaftsverband Bayern e.V.
Commerz Real verkauft Gewerbeimmobilie in Berlin an Quantum ...
-Veräußerung aus dem Portfolio des Offenen Immobilienfonds hausInvest -Transaktion ging wertschöpfender Vermietungserfolg voraus Die Commerz Real hat das vollvermietete Berliner Büro- und Geschäftshaus Wilmersdorfer Straße 117/Pestalozzistraße 77 aus ihrem Offenen Immobilienfonds hausInve
HÖCKER POLYTECHNIK ist neuer Schreinerpartner BW ...
Der Schreinerverband Baden-Württemberg hat seit dem 1. Januar 2015 einen Partner im Verband - die HÖCKER POLYTECHNIK GmbH. HÖCKER entwickelt und fertigt seit über 50 Jahren Absaug-, Entstaubungs- und Filteranlagen, Brikettierpressen sowie Lackierkabinen für das holzbearbeitende Handwerk und die
Beim Geld hört der Spaß auf: Die Finanzkrise als tragische Komödie ...
Wir alle kennen die "Protagonisten" der Finanzkrise: Politiker, Banker und Bürger, bei denen es vor allem um eines geht: ihr Geld. Und wir kennen das, was öffentlich verlautbart wurde, über Entscheidungen, Begründungen und Lösungsvorschläge. Interessant wäre es doch aber einmal h
Personal 2015 Nord: AZS System AG zeigt Lösungen für gesetzlichen Mindestlohn und mobile Geräte ...
(Mynewsdesk) Am 6. und 7. Mai 2015 zeigt AZS System AG auf der Personal Nord das vollständige Angebot für Personal- und Zeitwirtschaft am Stand B.07 in Halle A4 der Hamburger Messe. Im Fokus der Fachmesse stehen Lösungen für den Bereich Personalwesen, die den Tagesablauf unterstützen und erleic




