Südwest Presse: KOMMENTAR · VOLKSWAGEN
ID: 1200786
Nichts erreicht Ascheinend hat die Götterdämmerung für den
"Göttervater" begonnen, wie Ferdinand Piëch von einem Aktionär einmal
genannt worden ist. Der Vertrag von Volkswagen-Chef Martin Winterkorn
wird verlängert. Der innerste Machtzirkel hat gegen Piëch votiert.
Vielleicht spielt das aber auch keine Rolle. Schon einmal wurde ein
in Ungnade Gefallener dennoch geschasst: Bernd Pischetsrieder bekam
eine Vertragsverlängerung und musste kurz darauf als VW-Chef
abtreten. Möglicherweise soll die aktuelle Entscheidung dazu dienen,
allen Beteiligten das Gesicht zu wahren. Das wird nicht gelingen,
denn der Kampf schadet dem größten europäischen Autobauer. Die Art,
wie Piëch Porzellan zerschlägt und andere die Scherben zusammenkehren
lässt, ist indiskutabel. Der 600 000-Mitarbeiter-Konzern bekommt mehr
Probleme, obwohl Piëch das verhindern sollte. Der Aufsichtsratchef
muss sich fragen lassen, warum er jahrelang so wenig gegen den
fehlgeleiteten Kurs von Volkswagen getan hat und nun zur Notbremse
greift. Auch Piëch hat schon durch schlechte Sparpolitik,
überflüssige Modelle und Marken teure Fehler gemacht - zur
Rechenschaft gezogen wurde er nicht. Bei VW ist weder die
Personaldebatte beendet, noch der Kurs neu justiert oder Vertrauen
gewonnen. Winterkorn ist durch den Streit um seine Person geschwächt,
Piëch und der Konzern als Ganzes sowieso. Es wird alles noch
schlimmer.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
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Datum: 17.04.2015 - 18:59 Uhr
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