RNZ: Todernst
ID: 1201497
Haaranalysen des FBI
Die Zahlen machen fassungslos: Bis zu 95 Prozent der nachträglich
untersuchten Haaranalysen des FBI haben sich als fehlerhaft erwiesen.
Hätte man eine Münze geworfen, wäre die Trefferquote vermutlich
erheblich höher gewesen. Doch was nach einer Farce klingt, ist für
die Betroffenen äußerst ernst - in einigen Fällen sogar todernst.
Denn es ist schlimm genug, dass vermutlich hunderte Menschen Jahre
oder Jahrzehnte unschuldig im Gefängnis gesessen haben. Dass aber
Unschuldige offensichtlich auch hingerichtet wurden, ist eine
Tragödie. So hat das FBI zumindest eines zweifelsfrei bewiesen: Dass
die Todesstrafe abgeschafft gehört - und zwar weltweit. Kein Staat
hat das Recht, einen Menschen zu töten. Die hohe Mordrate in den USA
zeigt zudem, dass die Todesstrafe nicht einmal die erhoffte
abschreckende Wirkung entfaltet. Vor allem aber ist die Hinrichtung
eines Verurteilten irreversibel. Da Fehler - wie im Fall des FBI -
niemals auszuschließen sind, sollte sich jeder, der für diese
archaische und unmenschliche Form der Bestrafung eintritt, darüber im
Klaren sein: Es kann jeden treffen.
Pressekontakt:
Rhein-Neckar-Zeitung
Dr. Klaus Welzel
Telefon: +49 (06221) 519-5011
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Datum: 20.04.2015 - 20:35 Uhr
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