DNSV stellt mal wieder fest: Schulverpflegung bleibt eine politische Großbaustelle / Es braucht end

DNSV stellt mal wieder fest: Schulverpflegung bleibt eine politische Großbaustelle / Es braucht endlich mehr als nur Empfehlungen

ID: 1201761
(ots) - Die Qualität beim Mittagessen in der Schule lässt
zu wünschen übrig. Es bestehe "Handlungsbedarf", schreibt die
Bundesregierung. Zwischen 2003 und 2009 hatte die Bundesregierung den
Ausbau der Ganztagsschulen mit insgesamt vier Milliarden Euro
gefördert, im Jahr 2014 waren das für das Thema Schulverpflegung an
Ganztagsschulen noch 23 Cent pro Schüler. Die Qualität blieb
mancherorts auf der Strecke. Es gibt immer noch zu wenig Schulen, die
ein warmes Mittagessen anbieten, dann wird es über Stunden warm
gehalten. 60 Prozent der Schulen lassen sich die Mahlzeiten warm
anliefern und Qualitätskontrolle der Schulverpflegung findet nur bei
knapp 28 Prozent der Schulen statt. Zu wichtigen Fragen wie dem "Grad
der Ausstattung bzw. über die Art der Verpflegungssysteme" und "wie
viele Schulen keine Mittagessen anbieten", liegen der Bundesregierung
keine (!) Angaben vor, so die wesentlichen Aussagen in der Antwort
der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im
Bundestag, die auch dem Deutschen Netzwerk Schulverpflegung (DNSV)
vorliegt.

"Wenn ich nicht weiter weiß, bilde ich einen Arbeitskreis", nun
soll es nach jahrelanger gesetzlicher Untätigkeit seitens der Politik
des Bundes ein "nationales Kompetenzzentrum" richten und das leisten
"was die Vernetzungsstellen nicht leisten können". Dafür soll es 2015
ein Konzept geben. Und die Informationsarbeit der Bundesregierung
soll verbessert werden. Das DNSV meint dazu: Die Schulverpflegung in
diesem Land braucht endlich mehr als nur gute Ratschläge und
Empfehlungen und der Bund kann sich nicht permanent hinter den
Ländern und Kommunen verstecken und ihnen den "schwarzen Peter" zu
stecken!

Schon zur Anhörung im Deutschen Bundestag im November 2013 hatte
die Politik Verbesserungen versprochen. Viel Wasser ist seit dem die
Spree herunter geflossen, grundsätzlich verbessert hat sich seit dem


kaum etwas. Immer noch zahlt man für Hundefutter nur 7% und für
Schulessen 19% MwSt., noch immer gibt es keine gesetzliche Regelungen
zur Schulverpflegung. In der Resolution des 8. Deutschen Kongresses
zur Schulverpflegung vom November 2014 wurde schon gefordert:

"Die Schulverpflegung in Deutschland ist eine gesellschaftliche
Zukunftsaufgabe, die nur durch den Zusammenschluss verschiedener
Kräfte und Leistungsträger aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik
gelöst werden kann. Empfehlungen, wie "richtig" gegessen und
getrunken werden soll, liegen vor, was fehlt ist das komplexe Wissen
als Grundlage für bessere Entscheidungen und Konzepte, die in der
Praxis erprobt sind. Die Diskrepanz zwischen den erheblichen Kosten
bei zu geringen Teilnehmerzahlen an der angebotenen
Mittagsverpflegung muss grundlegend verändert werden. Um hier
Veränderungen herbeizuführen, ist ein grundsätzlicher
Paradigmenwechsel notwendig, die Schulverpflegung muss vom Kopf auf
die Füße gestellt werden und als Ganztagsverpflegung gesehen werden.
Die Ernährungspolitik für Schulen muss bundesweit gesetzlich geregelt
werden. 18 Millionen Kinder zwischen null und 21 Jahren leben in
Deutschland."

Schulverpflegung ist mehr als nur ein warmes Mittagessen für alle
Schüler und Schülerinnen an allen Schulformen. Was gebraucht wird
sind pragmatische und wirtschaftliche Lösungskonzepte, die über
einzelne "Leuchtturmeffekte" hinausgehen. Jeder Schule eine
Schulküche und täglich frisch gekochte Mahlzeiten und ein Angebot von
Zwischenmahlzeiten, die über den ganzen Tag vorgehalten werden. Die
erfolgreiche Schulverpflegung ist eine pädagogische, kreative und
ökonomische Herausforderung, die nur erfolgreich sein kann, wenn alle
mitwirken: Politik, LehrerInnen, Schulträger, Eltern und natürlich
die SchülerInnen. Weg von der Schul- hin zur Schüler-Verpflegung,
dafür fordern wir finanzielle Ressourcen von der Politik! Das muss
Chef(Kanzlerin)-Sache sein und nicht erst dazu gemacht werden, wie es
in der Antwort der Bundesregierung lautet. Absichtserklärungen gab es
in den letzten Jahren leider schon reichliche.



Pressekontakt:
Dr. Michael Polster
Deutsches Netzwerk Schulverpflegung e.V. (DNSV),
Köpenicker Allee 38, D-10318 Berlin;
MaiL: info@schulverpflegungev.net
Internet: www.schulverpflegungev.net und www.dnse.eu

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Datum: 21.04.2015 - 10:10 Uhr
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