Börsen-Zeitung: Zahltag, Kommentar zur Deutschen Bank von Bernd Neubacher
ID: 1203558
hat es die Deutsche Bank geschafft - das Kunststück, in den knapp
drei Jahren seit Antritt ihrer Co-Chefs Jürgen Fitschen und Anshu
Jain Rechtskosten aufzutürmen, deren Umfang die rund 10 Mrd. Euro
schwere Kapitalerhöhung im vergangenen Jahr komplett absorbiert.
Allein mit der Rekordstrafe, auf die sich das Institut nun im
Zinsskandal mit den Behörden geeinigt hat, sind 2,3 Mrd. Euro hinzu
gekommen. Angesichts Tausender weiterer Rechtsstreitigkeiten muss man
sagen: Da geht noch was.
Frohnaturen könnten argumentieren, das nun sanktionierte
Fehlverhalten sei Schnee von gestern. Schließlich geht es um Vorgänge
aus den Jahren 2005 bis 2009. Fitschen und Jain äußern sich daher
"zufrieden", dass sie "die Angelegenheit" - gemeint sind jahrelange
Versuche von Mitarbeitern, Zinsen zu manipulieren, um sich auf Kosten
der Allgemeinheit zu bereichern - "nun gelöst haben". Ähnlich sehen
das die Anleger, die ja immer nur an die Zukunft denken und die Titel
des Instituts am Donnerstag in einem sehr schwachen Gesamtmarkt nur
minimal sinken ließen.
Diese Sicht aber grenzt an Notwehr. Schließlich steht der Vorstand
im Zuge einer strategischen Neuausrichtung der Bank gerade kurz
davor, durch den Verkauf der Deutschen Postbank die Bedeutung des
Investment Banking im Konzern zu stärken, jenes Bereichs, der die
kolossalen Belastungen unter Jains Führung herbeiführte.
In geradezu rührender Weise hat man versucht, den stets aufs Neue
ins Kontor schlagenden Rechtsaufwand als Einmalkosten darzustellen.
Mit Grund: Denn betrachtet man sie als Teil des operativen Aufwands,
was angesichts der Frequenz der Belastungen redlicher wäre, verändert
sich die Renditerechnung: Wie gut müssen Märkte denn laufen, damit
eine Bank solche Kosten nicht nur wegstecken kann, sondern zudem noch
etwas erwirtschaftet, in Zeiten zumal, in denen US-Behörden sich in
ihren Forderungen an Banken gegenseitig überbieten?
Mit 2,7 Prozent lag die Eigenkapitalrendite der Deutschen Bank
2014, vor dem Rekordvergleich, um 1,7 Punkte unter jener der
Postbank. Für den Zinsskandal "und andere Themen" bucht die Bank im
Startquartal, traditionell das stärkste im Jahr, nun 1,5 Mrd. Euro an
zusätzlichen Rückstellungen. Dennoch wird sie schwarze Zahlen zeigen,
weil die Erträge fast Rekordniveau erreicht haben. Darauf wird sie
sich allerdings nicht immer verlassen können. Und die Aktionäre
werden nicht nochmal 10 Mrd. Euro investieren. Nicht nach den
jüngsten Erfahrungen.
Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion
Telefon: 069--2732-0
www.boersen-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 23.04.2015 - 20:40 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1203558
Anzahl Zeichen: 2954
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Frankfurt
Kategorie:
Wirtschaft (allg.)
Diese Pressemitteilung wurde bisher 255 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Börsen-Zeitung: Zahltag, Kommentar zur Deutschen Bank von Bernd Neubacher"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Börsen-Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Die internationale Anleihefamilie ist vor wenigen Tagen um ein neues Mitglied erweitert worden. Nach den Green Bonds gibt es nun einen weiteren Bond mit Farbanstrich: Blue Bonds. Die Pionierrolle übernahm die Inselrepublik Seychellen, die einen zehnjährigen Bond zu einer Rendite von 6,5 Pro
Börsen-Zeitung: Die Hoffnung stirbt zuletzt, Kommentar zum Brexit von Andreas Hippin ...
Die britische Regierung hat derzeit ein großes Interesse daran, einen Deal mit der EU in greifbare Nähe rücken zu lassen. Spindoktoren haben Urlaubssperre. Positive Äußerungen aus London erhöhen den Druck auf die Gegenseite, Zugeständnisse zu machen, so das Kalkül. Zudem will Premiermin
Börsen-Zeitung: Trick or Treat?, Kommentar zur chinesischen Konjunktur von Norbert Hellmann ...
Passend zum Halloween-Fest laufen aus China gruselige Konjunkturdaten ein. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für den Industriesektor, der die Stimmungslage bei den großen Zugpferden im Verarbeitenden Gewerbe abbildet, fällt wesentlich stärker als erwartet auf 50,2 Punkte und damit auf den
Weitere Mitteilungen von Börsen-Zeitung
WAZ:Überlebenskampf um die Braunkohle - Kommentar von Stefan Schulte zu RWE ...
Die RWE-Führungsriege gab sich alle Mühe, emotional rüberzukommen. Seht her, wir stehen zusammen, wir geben unser Bestes, allein die Regierung trägt Schuld an unserer misslichen Lage. Terium musste die Aktionäre auf weitere harte Jahre einschwören und - noch schlimmer - auf die anhaltende U
Wertvolle London-Domains werden demnächst frei ...
"Die von Ihnen gewünschte Domain ist derzeit leider nicht registrierbar." Das hat der ein oder andere von Ihnen vielleicht in der Vergangenheit vom Support als Antwort bekommen. In vielen Fällen ist dies nun vorbei, denn die Registrierungsstelle kann eine ganze Reihe von neuen London-Dom
ABG erwirbt Jones New York und gewinnt den früheren Geschäftsführer von LVMH, Inc., Mark Weber, als strategischen Berater ...
Die Authentic Brands Group, LLC [http://authenticbrandsgroup.com/] (ABG), Besitzer eines weltweiten Portfolios von kultigen Mode-, Sport-, Lifestyle-, Prominenten-, Medien- und Unterhaltungsmarken, gab heute den Erwerb der amerikanischen Modemarke Jones New York bekannt. Der Kauf stellt einen n
Ad hoc: Biofrontera AG beschließt Kapitalerhöhung ...
Biofrontera AG / Schlagwort(e): Kapitalerhöhung / Ad hoc: Biofrontera AG beschließt Kapitalerhöhung . Ad-hoc Mitteilung nach § 15 WpHG. Verarbeitet und übermittelt durch NASDAQ OMX Corporate Solutions. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich. Source: Globenewswire Lever




