Greenpeace-Studie: Vattenfall kann in der Lausitz Braunkohleausstieg bis 2030 vormachen / Schrittweise Umstellung von Braunkohle auf Erneuerbare ohne Arbeitsplatzverluste möglich
ID: 1204309
Vattenfall kann sein ostdeutsches Braunkohlegeschäft innerhalb von 15
Jahren herunterfahren und auf Erneuerbare Energien umsteigen - ohne
dadurch Arbeitsplätze oder Deutschlands Klimaschutzziel zu gefährden.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für ökologische
Wirtschaftsforschung (IÖW) im Auftrag der Umweltschutzorganisation
Greenpeace. Vattenfall will seine klimaschädliche Braunkohlesparte
verkaufen. Doch die aktuelle Diskussion über einen Klimabeitrag für
Kohlekraftwerke unterstreicht die unsichere Zukunft des Geschäfts und
verzögert den Verkaufsprozess laut Agenturmeldungen. "Vattenfall kann
in der Lausitz den schrittweisen Braunkohleausstieg bis 2030
vormachen und den Mitarbeitern gleichzeitig zukunftsfähige Jobs in
den Erneuerbaren Energien anbieten. Dieser Weg ist nicht einfach,
aber er ist unausweichlich, und er wird umso schwieriger, je länger
Energiekonzerne und Gewerkschaften warten", sagt
Greenpeace-Energieexpertin Susanne Neubronner. Die vollständige
Studie finden Sie hier: http://gpurl.de/yWXXB
Greenpeace stellt das Szenario für einen nachhaltigen Umbau des
Vattenfall-Geschäfts in der Lausitz pünktlich zur heutigen
Hauptversammlung des Konzerns in Stockholm vor, auf der wichtige
strategische Entscheidungen getroffen werden können. Der schwedische
Staatskonzern will sich künftig ganz auf Erneuerbare Energien
konzentrieren und seinen CO2-Ausstoß als Beitrag zum Klimaschutz
deutlich senken. Auch aus diesem Grund soll die Braunkohlesparte
verkauft werden. Ein Verkauf aber würde das Problem an einen neuen
Eigner weiterreichen, der die Planungen für weitere Tagebaue sehr
wahrscheinlich fortführen und so noch über Jahrzehnte Braunkohle
abbauen und verstromen würde - mit den bekannten katastrophalen
Klima- und Umweltschäden. "Die vorhandenen Potenziale für Erneuerbare
Energien in Sachsen und Brandenburg sind groß genug, um die
wegfallenden Arbeitsplätze aus der Braunkohle bis 2030 aufzufangen.
Unsere Studie zeigt auch, dass sich mit einem Braunkohleausstieg in
der Lausitz bis 2030 Umweltkosten für die Allgemeinheit in Höhe von
gut 80 Milliarden Euro einsparen lassen", so Studienautorin Julika
Weiß vom IÖW.
Ein Großteil der fossilen Energieträger muss im Boden bleiben
Der Weltklimarat hat in seinem jüngsten Bericht betont, dass ein
Großteil der Kohle- und Ölreserven im Boden bleiben muss, um die
zunehmend spürbarer werdenden Folgen des Klimawandels künftig in
beherrschbaren Grenzen zu halten. Bei der Umsetzung dieser Erkenntnis
müssen künftig auch Energiekonzerne, Politik und Gewerkschaften
Verantwortung übernehmen. "Wir können nicht weiter Kohle verbrennen,
als gäbe es keinen Klimawandel. Vattenfall und die schwedische
Regierung, aber auch deutsche Gewerkschaftschefs sind es nicht nur
den Bergleuten, sondern auch den Opfern des Klimawandels schuldig,
endlich darauf zu reagieren", fordert Neubronner. Bundeskanzlerin
Angela Merkel (CDU) hat angekündigt, Klimaschutz zum Schwerpunkt des
in Deutschland stattfindenden G7-Gipfels Anfang Juni zu machen und so
die Klimakonferenz Ende des Jahres in Paris vorzubereiten. Dabei wird
der notwendige Ausstieg aus den fossilen Energien eine große Rolle
spielen. Greenpeace fordert eine langfristige Umstellung auf 100
Prozent Erneuerbare Energien bis zum Jahr 2050.
Achtung Redaktionen Für Rückfragen: Susanne Neubronner Tel.
0171-569 05 76, Julika Weiß (ab 13h), Tel. 030-884 59 40,
Pressesprecher Gregor Kessler Tel. 0151-72 70 29 18
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Datum: 27.04.2015 - 06:20 Uhr
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