NABU: Feste Finanzzusagen für Klimaschutz dringend notwendig
ID: 120492
NABU: Feste Finanzzusagen für Klimaschutz dringend notwendig
Tschimpke: Festgefahrene Verhandlungen der Industrieländer wiederbeleben
Berlin/New York
Anlässlich des morgigen UN-Klimagipfels in New York hat der NABU verbindliche Finanzzusagen für den Klimaschutz eingefordert. "Die Industrieländer müssen ein klares Signal aussenden, dass sie es mit dem Klimaschutz ernst meinen. Die festgefahrenen Klimaverhandlungen müssen endlich wiederbelebt werden", forderte NABU-Präsident Olaf Tschimpke anlässlich des Treffens, zu dem UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon die Staats- und Regierungschefs eingeladen hat. Die Uneinigkeit bei der Emissionsminderung und die unklare Lastenverteilung blockieren derzeit die Verhandlungen.
Auch auf dem Finanzgipfel der G20-Staaten Ende der Woche in Pittsburgh müssen sich die Parteien den explodierenden Kosten für die Bewältigung des Klimawandels und der Verantwortung der Industrieländer stellen.
"Mittlerweile müssen wir damit rechnen, dass der Klimawandel uns mehrere hundert Milliarden Dollar jährlich kostet. In besonders betroffenen Regionen macht das bis zu einem Fünftel der Wirtschaftsleistung aus. Die von der EU angekündigten Finanzhilfen von zwei bis 15 Milliarden Euro reichen dafür nicht einmal ansatzweise aus", so der NABU-Präsident.
Jüngste Studien entlarven die bisherigen Schätzungen der Folgekosten des Klimawandels als zu niedrig. Bei vorangegangenen Untersuchungen war die Bedrohung von Ökosystemen wie Wäldern und Mooren und den dadurch verursachten Ausfall ihrer wirtschaftlichen und ökologischen Leistungen in ihrer Bedeutung für den Klimaschutz deutlich unterschätzt worden.
Grundlegend für den G20-Gipfel sind daher auch kurzfristige Finanzierungszusagen für den Waldschutz.
"Frühestens 2015 ist mit einem funktionierenden internationalen Mechanismus für den Waldschutz zu rechnen. Bis dahin sind rund 20 Milliarden Euro für die dringendsten Sofortmaßnahmen notwendig", so NABU-Klimaexperte Nicolai Schaaf. Der NABU unterstütze daher ausdrücklich die Initiative zur Deckung dieser Lücke, die Prinz Charles bereits beim letzten G20-Gipfel im April auf den Weg gebracht hat. "Wenn die Industrieländer hier keine eindeutigen und verbindlichen Zusagen machen, verspielen wir weitere Jahre für schnell und effizient umsetzbaren Klimaschutz. Damit würden wir dafür sorgen, dass die Klimafolgen immer drastischer und die Kosten zur Bewältigung immer höher werden."
Für Rückfragen:
Nicolai Schaaf,
NABU-Klimaexperte,
030-28 49 84-1614
Im Internet unter www.NABU.de
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Datum: 22.09.2009 - 03:18 Uhr
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