Demografie und Haushaltskonsolidierung dämpfen Saar-Wachstum

Demografie und Haushaltskonsolidierung dämpfen Saar-Wachstum

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IHK: Vorläufige BIP-Zahlen mit erheblicher statistischer Unschärfe




(PresseBox) - Die IHK ist überrascht, dass das BIP des Saarlandes nach der ersten vorläufigen Schätzung der amtlichen Statistik in 2014 um 0,3 Punkte hinter der bundesweiten Entwicklung zurückgeblieben ist. Der Rückstand verwundert umso mehr, als das Saarland zur Jahresmitte mit einem realen Zuwachs von 2,1 Prozent noch ein gutes Stück vor dem Bund lag (1,7 Prozent).
Aus Sicht der IHK ist zu berücksichtigen, dass die ersten vorläufigen Schätzungen des BIPs nach allen bisherigen Erfahrungen eine erhebliche statistische Unschärfe aufweisen. In den vergangenen beiden Jahrzehnten wurden sie im Nachhinein vielfach kräftig - um bis zu zwei Prozentpunkte - nach oben oder unten korrigiert. Eine deutliche Korrektur halten wir auch für 2014 für wahrscheinlich. Die aktuellen Zahlen sind deshalb mit einem entsprechenden Fragezeichen zu versehen.
Relativ valide ist dagegen die Statistik für den Kernbereich unserer Wirtschaft: die Industrie. Bei den Umsätzen konnte diese in 2014 über das ganze Jahr gesehen mit einem Plus von 5,9 Prozent deutlich stärker zulegen als die Industrie im Bund (+ 2,1 Prozent). Gemessen an den Industrieumsätzen war 2014 insofern ein Aufholjahr. Ins Bild gehört hier auch, dass die positive Industrieentwicklung im Saarland wegen des höheren Industrieanteils stärker auf die Gesamtentwicklung durchschlägt als das bundesweit der Fall ist.
Nicht zu verkennen ist andererseits, dass das Saar-Wachstum im Trend durch zwei Faktoren tendenziell gebremst wird:
- Zum einen dadurch, dass die Bevölkerung sich im Saarland im Trend ungünstiger entwickelt als bundesweit, was negative Rückwirkungen auf Handel und haushaltsnahe Dienstleister zur Folge hat und
- zum anderen dadurch, dass die nötigen Konsolidierungsmaßnahmen in den Haushalten des Landes und seiner Kommunen jetzt zunehmend greifen und die Entwicklung in der Bauwirtschaft und bei anderen öffentlichen Auftragnehmern der öffentlichen Hand bremsen.


Dass die Umsatzentwicklung in der Industrie relativ besser und das BIP-Wachstum im Land relativ schwächer ausfällt als im Bund, lässt sich bereits seit der Jahrtausendwende beobachten (s. anliegende Grafiken). Für die Zukunft sind daraus vor allem zwei Konsequenzen zu ziehen:
- Erstens sind wir im Land gefordert, der Industrie weiterhin ein wachstumsfreundliches Umfeld zu bieten, damit sie die Bremseffekte der Demografie und der Haushaltskonsolidierung zumindest zum Teil kompensieren kann.
- Zweitens muss das Saarland alles dran setzen, die ungünstige Bevölkerungsentwicklung möglichst weitgehend durch Zuwanderung auszugleichen. Es muss Zuwanderungsland werden.

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Datum: 29.04.2015 - 14:03 Uhr
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