Das Ohr? ein Sinnesorgan im Dauereinsatz
ID: 1209793
Langzeitstudie der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) zur Gehörentwicklung von lärmexponierten Beschäftigten

(PresseBox) - Wie wirksam ist der Gebrauch von Gehörschutz, und wie entwickelt sich die Hörleistung von Beschäftigten mit Gehörschutz-Otoplastiken, die großen Lärmbelastungen ausgesetzt sind? Diesen Fragen ging die BGHM in einer Langzeitstudie nach.
Das Gehör ist der aktivste Sinn des Menschen. Die Augen kann er schließen, doch das Gehör ist niemals außer Dienst. Deshalb ist es so wichtig, das Gehör effektiv zu schützen. Um die bisher dazu vorliegenden Erkenntnisse zu vertiefen, führte die BGHM über einen Zeitraum von zwölf Jahren (2002-2014) eine Studie zur Gehörentwicklung von lärmexponierten Beschäftigten mit Otoplastiken durch. Daran nahmen 103 Versicherte aus vier Mitgliedunternehmen der Branchen Blechverarbeitung, Behälterbau und Metallbe- und -verarbeitung teil.
Die Studie machte zunächst deutlich, dass die Hörverlustsummen der Teilnehmenden trotz der Benutzung von Gehörschutz mit zunehmendem Alter anstiegen und sich den altersentsprechenden Grenzwerten der Gehörvorsorgeuntersuchungen näherten. Bei Nutzung von Gehörschutz-Watte, -Stöpseln oder auch -Kapseln nahm der durchschnittliche Hörverlust um etwa 7 dB pro Jahr zu. Dieser Wert sank nach Ausstattung der Teilnehmenden mit Gehörschutz-Otoplastiken im weiteren Untersuchungsverlauf auf etwa 2 dB pro Jahr. Bei der konsequenten Nutzung von funktionsgeprüften Otoplastiken konnte in den folgenden sechs Jahren kein weiterer Hörverlust beobachtet werden.
Durchweg positiv fiel auch die Bewertung der Gehörschutz-Otoplastiken durch die Teilnehmenden aus. 78 Prozent der Versicherten bewerteten ihre Gehörschutz-Otoplastik im Vergleich zu herkömmlichen Gehörschützern als besser oder gleich gut. Dementsprechend lag die Tragequote in den ersten fünf Studienjahren bei 85 Prozent und sank bis zum zwölften Studienjahr nur geringfügig auf 79 Prozent. Hauptgrund für den Rückgang der Tragequote war der Hygieneaufwand und das häufige Verstopfen der Filterelemente. Wodurch die Schalldämmung der Otoplastiken ansteigt, was dann die Wahrnehmung von Warnsignalen und Maschinengeräuschen sowie die Kommunikation erschwert.
Fazit
Die Studie bestätigt die Annahme, dass Otoplastiken grundsätzlich das Gehör besser schützen als andere Gehörschützer. Auf Grund des höheren Tragekomforts, den Gehörschutz-Otoplastiken bieten, werden diese häufiger und länger im Lärm getragen, als andere Gehörschützer. Allerdings bleibt es unerlässlich, die Funktionsfähigkeit und den Sitz der Otoplastiken regelmäßig zu kontrollieren. Zudem ist die Sensibilisierung der Beschäftigten für das Thema "Lärm" unbedingt erforderlich, da sie mit individuell angefertigten Otoplastiken aktiv einem Hörverlust entgegenwirken können.
Im Rahmen ihrer gesetzlichen Aufgaben - Prävention, Rehabilitation und Entschädigung - ist die BGHM zentralen Werten verpflichtet: der Sicherheit und Gesundheit ihrer Versicherten sowie der Existenzsicherung ihrer Mitgliedsunternehmen durch Haftungsablösung bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. In diesem Sinne übernimmt die BGHM den Versicherungsschutz von über 4,5 Mio. Beschäftigten in den mehr als 213.000 Betrieben der Branchen Holz und Metall.
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Im Rahmen ihrer gesetzlichen Aufgaben - Prävention, Rehabilitation und Entschädigung - ist die BGHM zentralen Werten verpflichtet: der Sicherheit und Gesundheit ihrer Versicherten sowie der Existenzsicherung ihrer Mitgliedsunternehmen durch Haftungsablösung bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. In diesem Sinne übernimmt die BGHM den Versicherungsschutz von über 4,5 Mio. Beschäftigten in den mehr als 213.000 Betrieben der Branchen Holz und Metall.
Datum: 08.05.2015 - 10:27 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1209793
Anzahl Zeichen: 3352
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Mainz
Kategorie:
Medizintechnik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 408 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Das Ohr? ein Sinnesorgan im Dauereinsatz"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Berufsgenossenschaft Holz und Metall (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Gefährdungen erkennen und vermeiden ? darum geht es in zwölf Schulungsvideos, die die gewerblichen Auszubildenden von Kirchhoff Automotive in Attendorn gemeinsam mit ihrem Ausbildungsleiter Michael Isphording erarbeitet haben. Für diesen vorbildlichen Einsatz in Sachen Arbeitsschutz erhält das U
Die Welt des Arbeitsschutzes zu Gast auf dem?Betze? ...
Kaiserslautern (BGHM) Haben Sie schon von robotergesteuerten Bewegungshilfen für Querschnittsgelähmte gehört? Oder wussten Sie, dass für Berufsgenossenschaften der ?Kollege Roboter? ein topaktuelles Thema für die Präventionsarbeit von heute und morgen ist? Der vom DGUV-Landesverband Mitte orga
Lärm könnte ?von gestern? sein ...
Mit Lärm am Arbeitsplatz ist nicht zu spaßen und wer sich über längere Zeit hinweg zu viel Lärm ungeschützt aussetzt, erleidet früher oder später eine Lärmschwerhörigkeit. Mit 6.850 anerkannten Fällen im Jahr 2016 (Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung) ist sie die häuf
Weitere Mitteilungen von Berufsgenossenschaft Holz und Metall
D1 pure der DATRON AG erhält Red Dot Design Award 2015 ...
Nicht nur funktional, sondern auch ästhetisch überzeugend: 2015 erhält die DATRON AG erneut einen Red Dot Design Award für eine ihrer Maschinen. Dieses Mal überzeugte das jüngste Mitglied der Produktpalette, die kompakte Dentalfräsmaschine DATRON D1 pure, die Jury. Sie befindet sich damit in
Das Künstliche Hüftgelenk – Interview mit Prof. Dr. Hans Gollwitzer ...
Barbara Reisen: „Herr Professor Gollwitzer, jährlich werden in deutschen Operationssälen ca. 200.000 künstliche Hüftgelenke eingesetzt. Wann ist eine Endoprothese für den Patienten unvermeidbar?“ Prof. Dr. Gollwitzer: „Ein künstliches Hüftgelenk wird meist aufgrund einer fortgeschrit
Anästhesie: Zwei neue TIVA- Varianten im Pro Set ...
Die B. Braun Melsungen AG hat ihr Sortiment der TIVA-Sets um zwei Varianten ergänzt. Statt dem Intrafix Air P ist bei diesen beiden Varianten das Infusionsgerät Intrafix SafeSet mit einer Schlauchlänge von 150 cm integriert. Für die Anwendung bieten die beiden Pro Set Intrafix S
Liveübertragung in der medizinischen Fortbildung ...
Die heutige Medizin ist hochkomplex und ermöglicht Dinge, die noch vor wenigen Jahren unvorstellbar waren. Krankheiten galten als nicht heilbar oder konnten nur mit erheblichem Aufwand behandelt werden. Dank immer besserer Technologien eröffnet uns die Medizin stetig neue Horizonte und Ansatzmög




