neues deutschland: Fluchtdramen im Mittelmeer und in Südostasien: Noch zu retten?¶
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UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Abweisung von Bootsflüchtlingen
durch die Regierungen mehrerer südostasiatischer Länder. Der höchste
Vertreter der Staatengemeinschaft hätte ruhig einen Schritt weiter
gehen können. Seenotrettung wird durch internationale Abkommen
verlangt. Die Bilder, die sich der Weltöffentlichkeit dieser Tage vor
den Küsten von Malaysia, Indonesien und Thailand bieten, schreien
jedoch zuallererst nach Menschlichkeit. Ausgemergelte, verletzte
Geflüchtete flehen zu Hunderten um Hilfe. Doch statt ihrer Bitte um
Aufnahme nachzugeben, werden sie zurück auf hohe See geschickt -
womöglich direkt in den Tod. In geringerem Ausmaß, aber mit denselben
Mitteln agiert die EU-Grenzschutzagentur Frontex. Berichte von
Zurückweisungen und Zerstörungen kleinerer Boote im Mittelmeer gab es
in den vergangenen Jahren zuhauf. Erst als hunderte Flüchtlinge auf
einmal ertranken und sich die Nachrichten über Bootsunglücke täglich
wiederholten, zeigten zumindest einige EU-Politiker Einsicht und
ordneten Seenotrettung - natürlich in begrenztem Umfang - an. Sie
klopfen sich nun auf die Schultern, wenn minutiös berichtet wird,
dass die Fregatte »Hessen« Menschen an Bord nimmt. Um diejenigen, die
für ein (besseres) Leben ihr eigenes aufs Spiel setzen, geht es
diesen »Rettern« nicht. Damit verhalten sich die verantwortlichen
Politiker in der EU kaum anders als die in Südostasien. Wo bleibt
also der UN-Einsatz für mehr Menschlichkeit in der Politik?
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Datum: 15.05.2015 - 17:43 Uhr
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