NOZ: Interview Medien mit Hélène Grimaud, Pianistin
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des Alleinseins
"Als Pianist hat man die Tendenz, asozial zu leben" - Besonderes
Verhältnis zu Hamburg und München
Osnabrück. Die französische Pianistin Hélène Grimaud ist gern für
sich - weiß aber um die Gefahren des Alleinseins. "Sehr schnell wird
es leichter, allein zu sein, zu leben, wo man will, wann man will,
wie man will", sagte sie in einem Interview mit der "Neuen
Osnabrücker Zeitung" (Samstag). "Als Pianist hat man sowieso die
Tendenz, ein wenig asozial zu leben, weil man so viel Arbeit allein
erledigt." Seit sie wieder in der Nähe von New York lebt, pflegt
Grimaud deshalb den Kontakt zu einem engen Freundeskreis. "Der ist
wichtig, damit ich aus meiner sehr hermetischen Blase herauskomme."
In New York kümmert sich die Pianistin wieder verstärkt um ihr Wolf
Conservation Center, einer Anlage im Norden von New York City, in der
sie sich der Zucht und der Reintegration von Wölfen in ihre
natürliche Umgebung widmet - allerdings erst, wenn sie längere Zeit
frei hat. Deshalb wolle sie ihren "Terminkalender etwas umstellen",
wie sie sagte. "Denn wenn ich für eine Woche zu Hause bin, packe ich
aus, wasche die Wäsche, zahle Rechnungen, übe für die nächste Tour,
organisiere, packe den Koffer - das ist keine wirklich lange Zeit, um
Raum für sich zu haben, um normal zu leben. Ich brauche wenigstens
zwei Wochen - um fünf Tage zu finden, in denen ich einen anderen
Rhythmus leben, mich von der Welt abkapseln kann." In Deutschland hat
Grimaud ein besonderes Verhältnis zu Hamburg entwickelt, der Stadt
von Johannes Brahms. Außerdem liebt sie Bayern: "Wegen der Berge, der
Seen, überhaupt der Natur. Außerdem habe ich eines meiner ersten
Konzerte in München gespielt, mit Wolfgang Sawallisch und dem
Orchester der Bayerischen Staatsoper. Das Verhältnis zu einer Stadt
hat viel damit zu tun, wie man sie als Künstler zum ersten Mal
erlebt."
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Datum: 16.05.2015 - 07:00 Uhr
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