Greenpeace-Studie: Bundesregierung unterschätzt Gesundheitsgefahr durch Quecksilber / Schadstoffau

Greenpeace-Studie: Bundesregierung unterschätzt Gesundheitsgefahr durch Quecksilber /
Schadstoffausstoß durch Kohlekraftwerke könnte drastisch sinken

ID: 1216977
(ots) - Die Bundesregierung tut zu wenig, um die
Bevölkerung vor den Gesundheitsrisiken durch Quecksilberemissionen zu
schützen. Vor der Entscheidung über künftige europäische Grenzwerte
für Kohlekraftwerke unterstützt die Bundesregierung den schwachen
EU-Vorschlag. Demnach dürften Braunkohlekraftwerke, die in
Deutschland die Hälfte der Quecksilberemissionen verursachen, künftig
zehn Mal mehr Quecksilber ausstoßen als bereits heute technisch
möglich ist. Aktuell erlaubt die Bundesregierung Kraftwerksbetreibern
sogar Emissionen, die um das 30-fache über dem Stand der Technik
liegen. Dabei bestätigt eine neue Greenpeace-Studie "Quecksilber: Die
unterschätzte Gefahr" das Gesundheitsrisiko auch für Menschen in
Deutschland. Das giftige Schwermetall steht im Verdacht, die Risiken
für Herzinfarkte, Krebs- und Alzheimer-Erkrankungen zu erhöhen. "Die
Bundesregierung darf nicht länger zusehen, wie Braunkohlemeiler
tonnenweise Quecksilber ausstoßen. Sie muss die Menschen konsequent
vor den Giftstoffen aus den Kohleschloten schützen. Das ist rechtlich
möglich, wirtschaftlich bezahlbar und gesundheitspolitisch längst
überfällig", fordert Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling. (Link
zur Studie: http://gpurl.de/3Im5T)

Der Mediziner und klinische Metalltoxikologe Peter Jennrich und
Dr. Fritz Kalberlah vom Forschungs- und Beratungsinstitut
Gefahrstoffe (FoBiG) haben im Auftrag von Greenpeace die
Gesundheitsgefährdung durch Quecksilber untersucht. Die Experten
kommen in ihren Gutachten zu einem eindeutigen Ergebnis. "Deutschland
hat ein gravierendes Quecksilberproblem. Die Belastung für Mensch und
Umwelt ist deutlich zu hoch und es gibt dramatische Verdachtsmomente,
dass Quecksilber neben neurologischen Schäden bei Kindern auch
Krankheiten wie Alzheimer begünstigt", so Kalberlah.

Geplante EU-Quecksilbergrenzwerte zehn Mal höher als nötig



Das Ausmaß und die Bedeutung der chronischen Quecksilberbelastung
werden laut Jennrich verharmlost. Schon geringe Quecksilbermengen im
Körper könnten in Kombination mit anderen Schwermetallen gravierende
Gesundheitsschäden hervorrufen. "Jedes dritte in der EU geborene
Baby kommt heute mit zu hohen Quecksilberwerten zur Welt - hier droht
ein schleichender Intelligenzverlust. Sichere Aufnahmegrenzwerte für
Menschen gibt es nicht. Um die Menschen zu schützen, müssen die
Quecksilberemissionen drastisch reduziert werden", so Jennrich.

Vom 1. bis zum 9. Juni legt die Europäische Union im spanischen
Sevilla die künftigen Schadstoffgrenzwerte unter anderem für
Kohlekraftwerke für die Zeit ab 2020 fest. Doch die bisherigen
Vorschläge bleiben weit hinter den Möglichkeiten und den in den USA
schon heute geltenden Grenzwerten zurück. Eine aktuelle
Greenpeace-Analyse zeigt, dass sich der Quecksilberausstoß von
Kohlekraftwerken bei vergleichsweise geringen Kosten deutlich
reduzieren lässt. Während die EU derzeit einen Grenzwert für
Braunkohlekraftwerke von bis zu 10 Mikrogramm pro Kubikmeter Abluft
vorschlägt, könnten moderne Filteranlagen den Quecksilberausstoß
schon jetzt bis auf ein Mikrogramm reduzieren. Das Nachrüsten würde
lediglich mit einem Prozent der Stromerzeugungskosten zu Buche
schlagen.

Achtung Redaktionen: Rückfragen bitte an Andree Böhling, Tel.
0151-18 05 33 82, oder Pressesprecher Gregor Kessler, Tel. 0151-72 70
29 18. Greenpeace-Pressestelle: Telefon 040-30618-340, Email
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