Vorhofflimmern und Rauchen / Eine ganz schädliche Kombination
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manchen Rauchern droht nicht nur ein Gefäßverschluss im Gehirn. Eine
neue Studie zeigt, dass sie auch stärker gefährdet sind, eine
Hirnblutung zu erleiden.
Raucher haben es nicht leicht. Sie haben nicht nur mehr Thrombosen
und Schlaganfälle. Sie bluten auch leichter, wenn sie
gerinnungshemmende Medikamente einnehmen. Das haben Wissenschaftler
um Dr. Denis Angoulvant von der französischen Universität Tours
herausgefunden. Sie haben in einer zehnjährigen Studie fast 8.000
Patienten mit der Herzrhythmusstörung Vorhofflimmern untersucht.
Allein in Deutschland, so wird vermutet, leiden mindestens 1,8
Millionen Menschen an Vorhofflimmern. Weil ihr Herz unregelmäßig
pumpt, bilden sich schnell Blutgerinnsel, die kleinere Gefäße im
Gehirn verschließen können. Zur Schlaganfall-Prävention sollte ein
Großteil dieser Patienten daher regelmäßig Gerinnungshemmer
einnehmen.
Während Raucher ihr Risiko für einen so genannten ischämischen
Schlaganfall (Gefäßverschluss) ohnehin erhöhen, sind Raucher mit
Vorhofflimmern nun doppelt gewarnt. Laut der französischen Studie
neigen sie auch deutlich häufiger zu Hirnblutungen, wenn sie
gerinnungshemmende Medikamente einnehmen. "Das mag mit den komplexen
Effekten der Inhaltsstoffe von Zigaretten auf die Blutgerinnung zu
tun haben", vermutet der Berliner Arzt und Wissenschaftsjournalist
Philipp Grätzel von Grätz. Ein weiteres Argument dafür, dass
Patienten mit Vorhofflimmern mit dem Rauchen aufhören sollten,
liefere diese Studie allemal, so der Fachautor.
Die Art der Medikation hatte in der Untersuchung dabei keinen
Einfluss auf das Ergebnis. Knapp zwei Drittel der Patienten nahmen so
gennannte Vitamin K-Antagonisten, ein Drittel erhielt
"Plättchenhemmer" wie ASS. Die in jüngster Zeit neu zugelassenen
"Faktor-Xa-Hemmer" spielten in der Untersuchung noch keine Rolle.
Hoffnung für die Schlaganfall-Prävention
Aus Sicht der Schlaganfall-Prävention gibt es aktuell aber auch
gute Nachrichten. Der in der vergangenen Woche vorgelegte
Drogenbericht der Bundesregierung zeigt, dass die Zahl der
jugendlichen Raucher zurückgeht. Der Anteil der rauchenden Zwölf- bis
17-Jährigen sank 2014 auf 9,7 Prozent und damit auf den tiefsten Wert
seit 1979. Und den älteren Rauchern könnten neue Erkenntnisse des
Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg Mut machen. Ein
Rauch-Stopp lohnt sich demnach auch noch im fortgeschrittenen Alter.
Das berichteten die Wissenschaftler im "British Medical Journal".
Selbst wer seine letzte Zigarette erst als über 60-Jähriger rauche,
senke sein Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt innerhalb weniger
Jahre erheblich.
Am 31. Mai ist Weltnichtrauchertag. Die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihn 1987 ins Leben gerufen.
(Chest 2015; 26. März; doi: 10.1378/chest.14-3006)
Pressekontakt:
Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Mario Leisle
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Datum: 29.05.2015 - 10:29 Uhr
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