Flickenteppich bei Gentechnik-Gesetzgebung darf nicht entstehen /
D.I.B.-Präsident wendet sich mit Forderungsschreiben an Politik
ID: 1222215
welche Mitgliedsstaaten die Möglichkeit einräumt, den Anbau von
gentechnisch veränderten Organismen (GVO) in ihrem Hoheitsgebiet zu
beschränken (sog. Opt Out-Lösung). Damit werden einerseits den
Ländern Handlungsspielräume beim GVO-Anbau eingeräumt. Andererseits
sollen gentechnikkritische Mitgliedsstaaten dazu bewegt werden, ihren
Widerstand gegen Anbauzulassungen innerhalb der EU aufzugeben. Auf
nationaler Ebene wird derzeit darüber diskutiert, ob für den Bund
eine einheitliche Lösung ermöglicht werden soll, oder ob die
einzelnen Bundesländer eigene Regelungen treffen sollen.
Mit großer Sorge beobachtet der Deutsche Imkerbund e. V. (D.I.B.)
die stockende Umsetzung. Er vertritt die Interessen von knapp 100.000
Imkerinnen und Imkern in Deutschland und setzt sich seit langem für
den Schutz von Bienen und Imkereiprodukten vor dem Anbau von
gentechnisch veränderten Organismen (GVO) und deren Folgen ein. Denn
leider fehlen nach wie vor Koexistenz-Regeln, die diesen Schutz in
Deutschland garantieren. Dies dürfte auch mit praktischen
Schwierigkeiten zusammenhängen. Denn Bienen kennen keine
Ländergrenzen und sammeln Pollen und Nektar im Umkreis bis zu 8 km.
Sie können so Material aus GVO-Pflanzen in Imkereiprodukte, z. B. den
Honig, eintragen. Honig ohne GVO kann daher überhaupt nur bei Wahrung
großer Distanzen zu GVO-Anbauflächen produziert werden. Verbraucher
und Handel legen aber größten Wert auf naturreinen Honig. Zum einen
entstehen für die Imker hohe Analyse- und Vermeidungskosten. Zum
anderen steht ihnen nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes
ein Schadenersatzanspruch zu, wenn sie ihren Honig in Folge des
Eintrages kennzeichnen müssen. Für die Imkerei sind die zusätzlichen
Kosten und Risiken - insbesondere der drohende Verlust des
Verbrauchervertrauens - nicht tragbar.
Aus diesen Gründen hat der Präsident des D.I.B., Peter Maske, sich
am 03.06.2015 mit einem Schreiben an den
Bundeslandwirtschaftsminister gewandt und diesen um Unterstützung
gebeten. Maske fordert darin ein bundesweites und einheitliches
Anbauverbot für künftige wie für bereits zugelassene GVO. Der D.I.B.
sieht es als erforderlich an, eine gesetzliche Grundlage im
Gentechnikgesetz zu schaffen, damit die zuständige Bundesbehörde ein
solches bundesweites Anbauverbot erlassen kann. Eine Zersplitterung
der Befugnisse und Zuständigkeiten in den einzelnen Bundesländern,
wie dies diskutiert wird, bezeichnet der D.I.B.-Präsident sowohl
umweltpolitisch als auch landwirtschaftlich nicht vertretbar. Dieser
"Flickenteppich" erzeuge letztlich Rechtsunsicherheit und
verschiedene Rechtslagen in den Bundesländern.
Eine bundeseinheitliche Regelung ist für die Belange der Imkerei
von besonderer Bedeutung, denn diese können wegen der weiträumigen
Verfrachtung von Pollen und der Tätigkeit der Bienen in ihrem
Flugradius gar nicht auf Länderebene wirksam geschützt werden. Der
Flugradius der Bienen wird es den Imkereien unmöglich machen, in
GVO-Anbauregionen Bienenprodukte entsprechend den
Qualitätserwartungen der Verbraucher und des Handels unter
wirtschaftlichen Bedingungen herzustellen. Wenn daher in Teilen des
Bundesgebietes wirksame Anbauverbote bestehen, in anderen Teilen
nicht, sind zahlreiche Konflikte zwischen GVO-Anbau und Bienenhaltung
vorprogrammiert. Von essentieller Bedeutung ist daher, dass in
Deutschland ein funktionierender gesetzlicher Rahmen geschaffen wird,
damit rechtzeitig und effektiv auf die zu erwartenden
Anbauzulassungen reagiert werden kann.
Pressekontakt:
Petra Friedrich, Tel. 0228/9329218 o. 0163/2732547,
E-Mail dib.presse@t-online.de,
www.deutscherimkerbund.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 09.06.2015 - 09:01 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1222215
Anzahl Zeichen: 4121
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Wachtberg
Kategorie:
Nahrung- und Genussmittel
Diese Pressemitteilung wurde bisher 306 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Flickenteppich bei Gentechnik-Gesetzgebung darf nicht entstehen /
D.I.B.-Präsident wendet sich mit Forderungsschreiben an Politik"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Deutscher Imkerbund e. V. (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Während der Aktionswoche Artenvielfalt vom 12. bis 18. Juli, initiiert vom Fachverband BIOGAS, wird der Öffentlichkeit gezeigt, welches Potenzial für die Artenvielfalt in der Biogasnutzung steckt. Wie schon im letzten Jahr ist die Aktionswoche als konzertierte Kampagne verschiedenster Kooperation
Wir imkern - bienenfreundlich für Natur und Klima / Tag der deutschen Imkerei bietet trotz Corona vielfältige Aktionen ...
Am kommenden Wochenende (3./4. Juli 2021) findet der Tag der deutschen Imkerei statt. Im zurückliegenden Winter gab es deutschlandweit wieder massive Bienenvölkerverluste und auch das lange, kalte Frühjahr hatte seine Tücken sowohl für die heimische Imkerei als auch für die ohnehin stark bedro
Bienen schützen kann man auf vielfältige Weise / Weltbienentag erinnert an Bedeutung von Bestäuberinsekten ...
Am 20. Mai ist Weltbienentag. Zwar vergeht kaum ein Tag, an dem nicht über die Bedeutung von Bienen für eine intakte Umwelt und für uns Menschen in den Medien berichtet wird. Dennoch sind mittlerweile viele Bienenarten, insbesondere Wildbienen, bedroht. Aktionstage wie der Weltbienentag können d
Weitere Mitteilungen von Deutscher Imkerbund e. V.
Yili nimmt am Chinatag auf der Mailänder Expo teil und zeigt innovative Stärke ...
Am 8. Juni, dem Nationalen Chinatag auf der Expo Milano 2015 war die Yili Group, ein führendes Unternehmen der chinesischen Milchwirtschaft und die einzige Molkerei mit weltweiten Partnern im chinesischen Pavillon auf der diesjährigen Weltausstellung, zur Teilnahme an allen offiziellen Veranstal
Delikatessenbox-Startup Foodist startet neues Crowdinvesting auf Companisto (FOTO) ...
Das Hamburger Startup Foodist, bekannt aus der TV-Show "Die Höhle der Löwen" (VOX), versendet monatlich eine Foodbox an Abonnenten 2013 führte das Startup ein erstes Crowdinvesting auf Companisto durch: Damals zählte Foodist 350 Box-Abonnenten bei einem Monatsumsatz von 9.60
Kontaktloses Bezahlen bei ALDI NORD / - Einführung neuer Kartenterminals / - Bundesweite Akzeptanz von kontaktlosen Zahlungen (FOTO) ...
Die Unternehmensgruppe ALDI NORD akzeptiert ab sofort in allen ca. 2.400 Filialen bundesweit kontaktlose Zahlungen und treibt damit das mobile und kontaktlose Bezahlen im Lebensmitteleinzelhandel weiter voran. Als führendes, international tätiges Discountunternehmen stellt sich ALDI NORD mi
Die Beste Schokolade der Welt ...
Düsseldorf 08.06.2015 -Seit 2005 verleiht die Academy of Chocolate in London Preise an die besten Schokoladen der Welt. Dieses Jahr ging der begehrte Preis für die beste zartbittere Schokolade des kleinen amerikanischen Herstellers Amano, der seine Schokolade von der Bohne weg in 2000 Meter in Sal




