Frankfurter Rundschau: Geschlossene Gesellschaft
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ein paar Hundert Kilometer Zaun und ein großes Vorhängeschloss. Ein
Schild dran: Hier EU - geschlossene Gesellschaft. Dann hätte es sich
mit diesem Menschenzustrom, Europa bliebe unter sich und die
Flüchtlinge könnten sehen, wo sie bleiben. Sie wollen nicht im
syrischen Bürgerkrieg leben, im zerfallenden Somalia oder Libyen?
Tja, das Leben ist kein Wunschkonzert. Die Polemik zeigt, wie kurz
gedacht die reflexhaft immer wieder aufkommenden Forderungen nach
mehr Grenzkontrollen an den EU-Außengrenzen sind. Probleme werden
dadurch nicht gelöst, Flüchtlinge lösen sich nicht in Luft auf, sie
werden nur vom Hofe gescheucht. Wer so verzweifelt ist, dass er sich
auf lebensgefährliche Touren übers Mittelmeer einlässt, wird sich von
mehr Kontrollen auf der anderen Seite nicht abschrecken lassen. Ein
neuer Zugang zum Umgang mit Flüchtlingen ist nötig. Die Forderung
nach mehr Grenzkontrollen ist es nicht.
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Datum: 11.06.2015 - 17:52 Uhr
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