Rheinische Post: Kommentar: Ein Papst mit Sendungsbewusstsein
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als christlich stimulierte Öko-Schrift verbucht, unterschätzt das
Sendungsbewusstsein des Argentiniers. Franziskus will mit seinen
dramatischen Überlegungen (wie er es nennt) über die bedrohte
Schöpfung zugleich die Lebensführung des modernen Menschen befragen.
Und vieles daran ist wahr und richtig, die wesentlichen Gründe für
den Klimawandel in unserem irrsinnigen Energiebedarf und absurden
Ressourcenverbrauch zu finden, auch in einer Lebensführung, die im
Konsum den letzten göttlichen Funken in unserer Welt erblickt. Die
drohende ökologische Katastrophe hat viele Ursachen, viele Bezüge und
Zusammenhänge - und es ist kraftvoll, dies parallel zur Gegenwart und
ohne Gewissheit, im Besitz der letzten Wahrheit zu sein, prominent
anzuprangern. Doch der Enzyklika wohnt auch ein starker
antimodernistischer Impuls inne, ein Fremdeln mit der westlich
aufgeklärten Welt. Mit Papst Franziskus ist die katholische Kirche
nicht nur weltoffener geworden, sie hat sich auch ein wenig von
Europa abgesetzt; wo ohnehin nur noch 24 Prozent der Katholiken
leben. Der Papst zum Anfassen könnte das Gottesvolk noch zum Staunen
bringen.
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Datum: 18.06.2015 - 20:34 Uhr
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