Lausitzer Rundschau: Partei-Konvent sagt nur widerwillig Ja zu Vorratsdatenspeicherung
In Gabriels Haut...
ID: 1227951
der Vorratsdatenspeicherung hat die SPD die Zähne gefletscht und sich
nur widerwillig hinter Sigmar Gabriel versammelt. Am Ende zählt für
den Parteichef jedoch erst einmal, was hinten herausgekommen ist -
ein Ja. Gabriel hat allerdings die Genossen mit tatkräftiger Hilfe
des gefolgsamen Justizministers Heiko Maas zur Zustimmung genötigt.
Allzu oft kann er dieses Spielchen am Rande der politischen
Erpressung nicht spielen. Der Blick in die Geschichte der Partei
zeigt: Fühlt sich die SPD irgendwann zu sehr drangsaliert, werden ihr
Regierung und Macht schnell egal. Und damit auch das Schicksal ihres
Vorsitzenden - oder gar ihres Kanzlers. Vor Gabriel liegen ohnehin
weitere schwierige Monate. Bei der umstrittenen Energiewende geht es
nicht voran. Das Freihandelsabkommen TTIP, für das er beherzt wirbt,
ist für viele in der SPD nach wie vor eine Zumutung. Überdies hat er
in der Griechenlandpolitik mit kecken Attacken gegen Athen Teile
seiner Partei vor den Kopf gestoßen. In Gabriels Haut möchte man
daher nicht stecken. Vor allem aber, weil die SPD sehnsüchtig darauf
wartet, dass ihr Vorsitzender sie endlich aus dem 25-Prozent-Keller
führt. Um Optionen jenseits der ungeliebten Großen Koalition zu
haben. Wie ihm, wie der Partei insgesamt das bei so viel innerer
Zerrissenheit gelingen soll, ist das große sozialdemokratische
Rätsel. Freilich liegt es auch an Gabriel selbst. Er, der wuchtige
Instinktpolitiker, ist inzwischen hinter Willy Brandt am längsten
SPD-Chef. Dennoch hat er es nicht geschafft, eine sozialdemokratische
Idee oder Geschichte zu schreiben. Was macht die SPD von heute
eigentlich aus? Warum wird sie gebraucht, wo doch die soziale
Gerechtigkeit längst parteipolitisches Allgemeingut ist? Die
Traditionsthemen der Genossen sind abgearbeitet - von Rentenpaket bis
Mindestlohn. Im Verteilen waren sie schon immer gut. Aber das reicht
nicht mehr aus, um neue Wähler mit neuen Ansprüchen für sich zu
gewinnen. Es klafft ein programmatisches Loch; es fehlt die
Kursbestimmung über den Tag hinaus. Ob der Politiker Gabriel
überhaupt der richtige Mann dafür ist, das bezweifeln indes viele.
Und ja - in einer Großen Koalition ist es schwierig, sich
abzugrenzen, wenn man nur Juniorpartner ist, wenn eine Kanzlerin
regiert, die die Wähler und die eigene Partei narkotisiert hat.
Pressekontakt:
Lausitzer Rundschau
Telefon: 0355/481232
Fax: 0355/481275
politik@lr-online.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 21.06.2015 - 19:56 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1227951
Anzahl Zeichen: 2764
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Cottbus
Kategorie:
Innenpolitik
Diese Pressemitteilung wurde bisher 296 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Lausitzer Rundschau: Partei-Konvent sagt nur widerwillig Ja zu Vorratsdatenspeicherung
In Gabriels Haut..."
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Lausitzer Rundschau (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Es ist übertrieben, Restaurantbesuche in der Corona-Pandemie noch stärker zu beschränken - indem wie jetzt in Sachsen und Brandenburg Geimpfte und Genesene zusätzlich einen negativen Schnelltest vorweisen müssen. 2G plus bevorzugt die Geboosterten vor jenen Erwachsenen beim Essen gehen, die
Fehlende Lobby für die Lausitz? - Zu den Abgeordneten in Bundestagsausschüssen ...
Für die Lausitz wird es ernst im Strukturwandel. Wichtige Entscheidungen zum Kohle-Ausstieg, aber auch zur Verteilung der zugesagten Milliarden-Zahlungen zur Anpassung des Wandels stehen an. Ein wichtiges Wort spricht dabei der Bundestag mit. Die entsprechenden Gesetze müssen dort verabschiedet
Sachsens neue Bürgerlichkeit - zum Regierungsbündnis in Corona-Zeiten ...
Meißen wird gern als die Wiege Sachsens bezeichnet. Aktuell hat der Kreis rund um die alte Bischofsstadt an der Elbe einen traurigen Rekord zu vermelden. Mit 2328,1 führt er die Inzidenz-Statistik an, dicht gefolgt vom benachbarten Mittelsachsen mit 2099,4. Das sind erschreckend hohe Zahlen, fü
Weitere Mitteilungen von Lausitzer Rundschau
WAZ: Teure Tarifflucht - Kommentar von Wilfried Goebels zur Tarifbindung ...
Der Flächentarif bröckelt - mit dem Risiko, dass der soziale Kitt zwischen Betrieben und ihren Mitarbeitern schwindet. Wenn in den letzten 20 Jahren der Anteil der Unternehmen, die nach Tarif zahlen, von 60 auf 35 Prozent gesunken ist, lässt das aufhorchen. Gewerkschaften wie Arbeitgeberve
Südwest Presse: KOMMENTAR · SPD - zur Vorratsdatenspeicherung und Heiko Maas ...
KOMMENTAR · SPD Verraten und verkauft Die SPD hat sich entschieden. Seit der Parteikonvent am Samstag den Weg für die Vorratsdatenspeicherung geebnet hat, sind die Sozialdemokraten vieles, doch eines sicher nicht mehr: eine Partei, die für sich in Anspruch nehmen darf, als Verteidigerin d
Mitteldeutsche Zeitung: zur SPD ...
Ein Jahr lang schien es, als gebe die SPD in der Großen Koalition alleine die Richtung vor. Nun sind die Vorzeigeprojekte vom Mindestlohn über die Rente mit 63 bis zur Mietpreisbremse abgearbeitet. Gabriel braucht dringend ein Thema, mit dem er der Basis demonstrieren kann, dass es sich weit
Berliner Zeitung: Kommentar zum SPD-Konvent ...
Die Debatte über die Vorratsdatenspeicherung muss Gabriel zu denken geben. Offensichtlich hat er den parteiinternen Widerstand komplett unterschätzt. Vor anderthalb Jahren noch konnte der Niedersachse ähnlich massive Abwehrreflexe gegen die große Koalition mit dem wagemutigen Manöver der




