Frankfurter Rundschau: Chance nutzen
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Griechenland? Darin, dass der griechische Regierungschef Tsipras und
mit ihm seine Partei bereit sind, sich vom Volk überstimmen zu
lassen. Tsipras kann den Reformforderungen der Gläubiger nicht
zustimmen. Er verstieße damit gegen seine Überzeugungen und gegen
seine Wahlversprechen. Das Volk aber kann es. Umfragen zufolge ist
einer Mehrheit ein schlechter Deal mit den Gläubigern lieber als ein
Ausscheiden aus dem Euro. Damit macht Tsipras den Weg frei für eine
Einigung. Es wäre vonseiten der Geldgeber nur angemessen gewesen, auf
dieses Angebot zu reagieren, indem das laufende Hilfsprogramm
kurzfristig um ein oder zwei Wochen verlängert und der
Rückzahlungstermin 30. Juni beim IWF verschoben worden wäre. Dann
hätte unter geordneten Verhältnissen eine Volksbefragung durchgeführt
werden können. So aber herrscht Chaos, nicht nur in Griechenland,
sondern in Europa.
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Datum: 29.06.2015 - 16:58 Uhr
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