NOZ: Gespräch mit Manfred Güllner, Forsa-Geschäftsführer
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AfD-Bundesvorsitz als Lucke - weil sie eine Frau ist
Meinungsforscher Güllner: Männerbünde vorherrschend, Petry nur
geduldet - "Partei zelegt sich selbst - wie nahezu alle
rechtsradikalen Parteien zuvor"
Osnabrück.- Aus Sicht des Forsa-Geschäftsführers Manfred Güllner
hat AfD-Gründer Bernd Lucke größere Chancen, sich auf dem Parteitag
an diesem Samstag und Sonntag in Essen gegen seine Konkurrentin um
den Bundesvorsitz, Frauke Petry, durchzusetzen - und zwar auch, weil
sie eine Frau ist. In einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker
Zeitung" (Samstag) sagte Güllner: "Die Anhänger der AfD sind eher dem
rechten Rand zuzuordnen, weswegen dort traditionelle Männerbünde
vorherrschen. Daher liegt es nahe, auch als Führungsperson eher auf
einen Mann zu setzen." Petry sei jedoch eloquent und
durchsetzungsfähig, weswegen sie dennoch geduldet werde. "Aber dem
Professor Lucke traut man in der AfD mehr zu", so Güllner.
Insgesamt attestierte der Meinungsforscher der
nationalkonservativen AfD schon jetzt deutliche
Zersetzungserscheinungen, die durch den innerparteilichen
Führungsstreit befördert würden. "Die AfD zerlegt sich selbst - wie
nahezu alle rechtsradikalen Parteien zuvor", sagte Güllner. Dass die
AfD eine rechtsradikale Partei sei, stehe für ihn außer Frage, so der
Forsa-Chef. "Ich darf sie auch so nennen, denn die Versuche der AfD,
gerichtlich dagegen vorzugehen, sind gescheitert."
Dass die vor zwei Jahren als Eurokritiker angetretene AfD von der
aktuellen Griechenland-Krise und dem Schuldenstreit nicht profitiere,
sei nur auf den ersten Blick verwunderlich, erklärte Güllner. "Die
Euro-Kritik diente als Tarnung, als Projektionsfläche, auch als
Feigenblatt. Tatsächlich aber war die AfD immer eine Partei, die das
rechtsradikale Milieu angesprochen hat. Das Thema Griechenland bringt
ihr deshalb nichts", sagte der Forsa-Gründer und -Geschäftsführer.
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Datum: 03.07.2015 - 14:59 Uhr
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