Kölner Stadt-Anzeiger: Integrationskurse immer beliebter
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teilnehmen, ist von 2013 auf 2014 deutlich gestiegen. Das geht nach
einem Bericht des "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montag-Ausgabe) aus der
Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des
innenpolitischen Sprechers der grünen Bundestagsfraktion, Volker
Beck, hervor. Allerdings macht rund ein Viertel der Zuwanderer von
seinem Recht auf Teilnahme keinen Gebrauch. Außerdem erreicht nur
etwa die Hälfte das höchste Sprachniveau. Der Antwort zufolge wuchs
die Zahl der Teilnehmer von rund 117 000 im Jahr 2013 auf mehr als
142 000 im Jahr 2014. Für 2015 und 2016 seien weitere
Teilnehmeranstiege zu erwarten, heißt es in der Antwort. Zirka 25
Prozent aller Teilnahmeberechtigungen seien jedoch nicht wahrgenommen
worden. Als Gründe gelten Zeitmangel aufgrund von Erwerbstätigkeit,
Krankheit oder Schwangerschaft sowie der Zwang, sich an den Kosten
finanziell beteiligen zu müssen. Zudem hätten bloß etwa 50 Prozent
aller Teilnehmer an Integrationskursen das maximale Niveau B1
erlangt. Die entscheidende Rolle spielten dabei "die persönlichen
Lernvoraussetzungen. So ist es beispielsweise für primäre
Analphabeten ungleich schwerer, Fortschritte in einer fremden Sprache
zu erzielen." Beck lobte die Einführung der Integrationskurse im Jahr
2005 infolge des noch von der rot-grünen Koalition verabschiedeten
Zuwanderungsgesetzes. "Die Einführung der Integrationskurse durch die
rot-grüne Bundesregierung vor zehn Jahren war ein
integrationspolitischer Meilenstein", sagte er dem "Kölner
Stadt-Anzeiger". "Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, die
Einwanderungsgesellschaft in Deutschland zukunftsfähig
auszugestalten." Denn bis dahin seien weniger als zehn Prozent der
Zuwanderer ein Sprachkurs angeboten worden. Beck beklagte indes: "Zu
viele Menschen sind derzeit faktisch von den Integrationskursen
ausgeschlossen. Asylbewerber, Geduldete und Unionsbürger sollten
endlich einen Teilnahmeanspruch bekommen. Denn viele von ihnen werden
dauerhaft in Deutschland bleiben. Der zügige Erwerb von
Deutschkenntnissen erleichtert die gesellschaftliche und berufliche
Integration und entlastet dadurch die Länder und Kommunen." Die
Vorstellung der großen Koalition, nur Asylsuchenden mit sogenannter
guter Bleibeperspektive die Kursteilnahme zu ermöglichen, greife
jedenfalls zu kurz, fügte der Grünen-Politiker hinzu. Zudem würden
die Lehrkräfte in den Integrationskursen "leider oftmals nicht
angemessen honoriert", erklärte er. Im Koalitionsvertrag hätten CDU,
CSU und SPD noch angekündigt, für eine bessere Bezahlung der
Lehrkräfte sorgen zu wollen. Geschehen sei nichts. Die
durchschnittliche Mindestvergütung betrug zuletzt 20,20 Euro pro
Stunde.
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