Erdüberlastungstag: Die Erde ist leer / Aktionsbündnis drängt auf deutsche Maßnahmen zur Senkung

Erdüberlastungstag: Die Erde ist leer / Aktionsbündnis drängt auf deutsche Maßnahmen zur Senkung des Ressourcenverbrauchs

ID: 1246260
(ots) - Der globale Erdüberlastungstag ist in diesem Jahr
bereits am 13. August und damit noch einmal sechs Tage früher als im
Vorjahr: Ab diesem Tag sind die nachhaltig nutzbaren Ressourcen der
Erde für das gesamte Jahr verbraucht. Mit einer Aktion vor dem
Kanzleramt prangern Aktivist/innen von INKOTA, Germanwatch,
BUNDjugend, Naturschutzjugend (NAJU), FairBindung, PowerShift, der
Christlichen Initiative Romero und der Kampagne Stop Mad Mining den
übermäßigen Ressourcenverbrauch Deutschlands an und fordern die
Bundesregierung auf, sich für eine zukunftsfähige und gerechte
Ressourcenpolitik einzusetzen.

Eine drei Meter hohe Erdkugel in Form einer Trinkpackung steht vor
dem Kanzleramt. Untermalt von einem lauten Schlürfgeräusch wird sie
mit einem überdimensionierten Strohhalm ausgesaugt. Nach und nach
fällt sie in sich zusammen. Mit dieser Aktion unter dem Motto "Leer!
Die nächste bitte!" machen verschiedene Organisationen auf den
Erdüberlastungstag und seine Folgen aufmerksam. "Wir verbrauchen die
Ressourcen der Erde, als hätten wir noch eine zweite Erde im Keller",
erklärt INKOTA-Referentin Christine Pohl. "So ist es aber leider
nicht: Alles, was wir ab heute verbrauchen, wächst nicht nach oder
kann von der Erde nicht kompensiert werden", so Pohl weiter.

1,5 Erden bräuchte die Weltbevölkerung derzeit, um den weltweiten
Bedarf an Rohstoffen, Ackerland, Wasser und Wäldern nachhaltig zu
decken. Würden alle Länder weltweit so wirtschaften wie Deutschland,
wären sogar 2,6 Planeten notwendig. Der ökologische Fußabdruck eines
Deutschen ist damit zwar deutlich kleiner als der eines
US-Amerikaners. Dennoch liegt Deutschland im obersten Viertel aller
Länder weltweit. Beim derzeitigen ökologischen Fußabdruck eines
Inders würde hingegen nur die Hälfte der jährlich nachhaltig
nutzbaren Ressourcen der Erde verbraucht.



"Unsere Wirtschaftsweise ist weder ökologisch nachhaltig noch
global gerecht", erklärt Julia Otten, Referentin bei Germanwatch.
"Damit beuten wir die Erde auf Kosten künftiger Generationen und der
in Armut lebenden Menschen aus, die insbesondere im globalen Süden
leben." Neben weltweiter Landübernutzung und dem Rückgang der
Biodiversität in schrumpfenden Wäldern und überfischten Meeren, ist
der globale Klimawandel eine der spürbarsten Auswirkungen der
ökologischen Überlastung. Extreme Hitzewellen, Dürren, Stürme und
Überschwemmungen treffen schon heute die Menschen im globalen Süden
besonders hart. Dadurch und durch den Kampf um Rohstoffe verlieren
immer mehr Menschen ihre Lebensgrundlage, müssen ihr Land verlassen
oder vor Konflikten fliehen.

"Die Bundesregierung unterstützt zwar bessere Energie- und
Rohstoffeffizienz der deutschen Wirtschaft, bezieht aber die
Einhaltung globaler Umweltgrenzen nicht konsequent in ihre
Rohstoffpolitik ein", erklärt Christoph Röttgers,
Bundesjugendsprecher von der Naturschutzjugend. Es fehle bisher an
verbindlichen Aussagen, den absoluten Ressourcenverbrauch in
Deutschland zu senken. Die Organisationen fordern die Bundesregierung
deshalb auf, endlich auch die Frage nach Suffizienz auf die
politische Agenda zu setzen. "Wir brauchen eine Wirtschaftspolitik,
die nicht mehr nach Wachstum um jeden Preis strebt, sondern die dem
übermäßigen Ressourcenverbrauch ein Ende setzt und ein Wirtschaften
innerhalb der planetaren Grenzen ermöglicht", so Röttgers weiter.

Zum HintergrundDas Global Footprint Network berechnet jedes Jahr
den Tag, an dem die Erdüberlastung (Earth Overshoot Day) erreicht
wird. Dabei wird der gesamte Bedarf an Wäldern, Flächen, Wasser,
Ackerland und Lebewesen, den die Menschen derzeit für ihre Lebens-
und Wirtschaftsweise brauchen, der biologischen Kapazität der Erde
Ressourcen aufzubauen sowie Müll und Emissionen aufzunehmen,
gegenübergestellt.

Hintergrund-Factsheet zum Erdüberlastungstag:
http://bit.ly/1LPwuVT

Pressemitteilung als PDF: http://bit.ly/1h2oGok

Foto-Aktion zum Erdüberlastungstag (für Bild- und Tonaufnahmen
geeignet)
Wann: Donnerstag, den 13. August 2015, 11:00 Uhr
Wo: Vor dem Kanzleramt, Berlin

Fotos von der Aktion: www.inkota.de/erdueberlastungstag2015
(Online verfügbar ab 13. August 2015, 13:00 Uhr)



Pressekontakt:
Christine Pohl, INKOTA-netzwerk, Mobil: 0152-516 555 02,
E-Mail: pohl@inkota.de

Julia Otten, Germanwatch, Tel.: 030-288 835 686,
E-Mail: otten@germanwatch.org

Christoph Röttgers, Naturschutzjugend, Mobil: 0163-209 784 4,
E-Mail: christoph.roettgers@naju.de

Felix Heilmann, BUNDjugend Berlin, Mobil: 0163-603 114 6,
Mail: felix@bundjugend-berlin.de

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Datum: 04.08.2015 - 10:42 Uhr
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