Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Russland
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wirken. Verstärkt wird der Negativeffekt auf Wirtschaft und
Gesellschaft durch den Preisverfall bei Rohstoffen. Die Folgen sind
gravierend - für den westlichen Maschinenbau, die Lebensmittel-
und Textilbranche, aber noch viel mehr für die russische
Bevölkerung. Diese Folgen sind nicht schön. Sanktionen sind kein
Wohlfahrtsprogramm. Doch wer deshalb für eine bedingungslose
Aufhebung eintritt, muss Vorschläge machen, wie Russlands Präsident
stattdessen gehindert werden soll, Europas Landkarte nach eigenem
Gutdünken zu verändern. Etwa durch Krieg? Die Folgen wären
weitaus inhumaner. Nichts deutet öffentlich darauf hin, dass Putin
von den Sanktionen beeindruckt ist. Doch das schien das Regime in
Teheran viele Jahre auch nicht. Immerhin gibt es erstmals Anzeichen,
dass sich der Diktator im Moskauer Kreml nicht mehr alles erlauben
kann. Hunderttausende Unterschriften gegen die angeordnete
Verbrennung westlicher Lebensmittel sind ein gutes Zeichen - wenn
auch noch keine Wende. So gut die Sanktionen sind, sie dürfen nicht
das einzige Mittel sein. Es ist Zeit für eine erneute politische
Initiative. Ein Jahr nach Beginn der Sanktionen kann der Westen aus
einer Position gewachsener Stärke verhandeln.
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Datum: 06.08.2015 - 21:30 Uhr
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