Der, der den Regen erntet
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(PresseBox) - Große Ehre für Enno Medler: Der Absolvent der Fachhochschule Flensburg ist mit dem Kompass ? dem Preis für innovative, maritime Arbeiten - ausgezeichnet worden.
Regenwasser ernten? Auf großen Handelsschiffen? Klingt komisch, ist aber möglich. Das hat zumindest Enno Medler in seiner Abschlussarbeit an der FH Flensburg belegt. Für seine wissenschaftliche Analyse ist er nun ? zusammen mit zwei weiteren Jung-Wissenschaftlern ? auf dem Maritimen Sommertreff im Hotel Kieler Yachtclub vor hunderten Vertretern von maritimen Unternehmen, Organisationen und Institutionen mit dem Kompass ausgezeichnet worden. ?Ich fühle mich geehrt, hätte nie mit einer solchen Auszeichnung gerechnet?, sagt Enno Medler, der von FH-Präsident Prof. Dr. Holger Watter sowie Prof. Dr. Michael Thiemke ermutig worden ist, seine Arbeit bei der Jury einzureichen. ?Dieser Wettbewerb bietet eine großartige Plattform, um das Thema meiner Abschlussarbeit einem breiten Fachpublikum vorzustellen und einen Weg zum Aufbau sowie Ergänzung der weltweiten Frischwasserversorgung aufzuzeigen?, sagt Enno Medler.
Der Absolvent des Studiengangs Schiffstechnik hat sich nämlich mit der patentrechtlich geschützten Idee beschäftigt, starke Regenfälle durch Auffangeinrichtungen auf Schiffen in tropischen Regionen nutzbar zu machen. Nach einer Aufbereitung in entsprechenden Anlagen könnte es dann als Trinkwasser verwendet werden. Enno Medler hat dazu meteorologische Daten zu Regenfällen gesammelt, Kollektorsysteme auf Effizienz und Energieaufwand analysiert und Modelle entwickelt, um Investitionskosten, Betriebskosten und Ertrag sinnvoll bewerten zu können. Durch vertikal aufgestellte Wasserkollektoren, vorhandenen Flächen sowie die Schiffsgeschwindigkeit erhöht sich der gesammelte Regenertrag soweit, dass eine weitere Nutzung sinnvoll und möglich ist, hat Enno Medler herausgearbeitet.
Aus Sicht von Prof. Dr. Holger Watter, Präsident der FH Flensburg, die den Preis zusammen mit der FH Kiel auslobt, ist die Abschlussarbeit von Enno Medler ein typisches Beispiel für das Wirken einer Hochschule für angewandte Wissenschaften in der Region sowie die Zusammenarbeit mit klein- und mittelständige Unternehmungen: ?Bei derzeit 4.200 Studierenden bearbeiten wir mehr als 800 Projekt- und Abschlussarbeiten, meist in Kooperation mit der regionalen Wirtschaft?, sagt Watter ? und rechnet weiter: Bei einem zeitlichen Aufwand von zwei bis fünf Monaten und einem kalkulatorischen Aufwand von 10 Euro pro Stunde ergebe sich durch die Hochschule ein nachweisbarer volkswirtschaftlicher Nutzen von 2,5 bis 5 Millionen Euro jährlich für die Weiterentwicklung der regionalen Wirtschaft. ?Dieser Beitrag erscheint in keiner Bilanz oder im öffentlichen Haushalt, wird aber geleistet und stärkt die Zukunftsfähigkeit der Region?, ist Watter überzeugt.
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Datum: 21.08.2015 - 12:08 Uhr
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