bne-Stellungnahme zum Weißbuch: "Blaupause für die Modernisierung"
ID: 1253535
begrüßt das Weißbuch des Bundeswirtschaftsministeriums "Ein
Strommarkt für die Energiewende" in seiner Stellungnahme als
Richtungsentscheidung für einen wettbewerblich ausgerichteten
Stromsektor. "Über die Stärkung der Marktkräfte erreichen wir
wesentliche Ziele, nämlich eine sichere und effiziente
Stromversorgung sowie die Integration der erneuerbaren Energien",
betont bne-Geschäftsführer Robert Busch. Flankiert werden muss dieser
Prozess mit einer Reform des Netzentgeltsystems und einer Einbettung
in einen europäischen Strommarkt.
Viele der von bne im Dialogprozess zum Grünbuch gemachten
Vorschläge finden sich nun im Weißbuch wieder. Dies gilt für das
Bekenntnis zur freien Preisbildung an Strommärkten sowie die Absage
an allgemeine Kapazitätsmärkte. Mit dem Weißbuch wird dabei die Tür
für eine Modernisierung des Energiesystems insgesamt geöffnet. "Der
Strommarkt der Zukunft stellt Versorgungssicherheit durch das
Zusammenspiel von Millionen von vernetzten flexiblen Erzeugern,
Verbrauchern, Speichern und auch der Elektromobilität her. Der freie
Wettbewerb im Strommarkt 2.0 sorgt für effiziente Lösungen und
Innovationen und bietet so viel Raum für neue Geschäftsmodelle wie
seit Jahren nicht", sagt bne-Geschäftsführer Busch.
Kapazitätsreserve überprüfen
Die Einführung einer Kapazitätsreserve als Absicherung hält der
bne für grundsätzlich sinnvoll. Busch: "Für die Reserve sollten
flexible und schnell startendende Anlagen in Betracht kommen. Sie
darf keine reine Lebensverlängerung für abgeschriebene, inflexible
fossile Anlagen sein."
Seit langem kritisiert der bne die wachsende Belastung des
Strompreises durch Abgaben, Umlagen und Netzentgelte, die das
Börsenstrompreissignal überlagert. "Es ist begrüßenswert, dass das
BMWi nun die Wechselwirkung der Abgabenlast genauer in den Blick
nehmen will", betont Busch. Die aktuell vorgesehene Erhöhung der
KWK-Umlage und die Kosten für die geplante Braunkohlereserve sind vor
diesem Hintergrund allerdings wenig verständlich.
Netzentgelte reformieren, Regelenergiemärkte öffnen
Ein großes Hemmnis für ein flexibles Energiesystem ist das
Netzentgeltsystem. "Vergünstigungen, die sich an überkommenen
Tag-Nacht-Fenstern orientieren oder aber einen kontinuierlichen statt
eines flexiblen Verbrauchs anreizen gehören abgeschafft. Sie bewirken
das Gegenteil dessen was nun notwendig ist", so Busch. Das BMWi hat
dies bereits erkannt, sollte aber aus bne-Sicht noch ambitionierter
vorgehen. "Die bisherigen Vergünstigungen müssen in ein neues,
einheitliches System überführt werden, in dem die Industrie ihren
versprochenen Flexibilitätsbeitrag erbringen kann."
Zutreffend ist auch, dass die Integration von erneuerbaren
Energien in die Regelleistungsmärkte weiter vorangetrieben werden
muss. Es fehlt dafür allerdings weiter an klaren Rahmenbedingungen
für deren Qualifikation. Der bne schlägt daher ein vereinfachtes,
einheitliches Verfahren vor.
EU-Binnenmarkt voranbringen
Von großer Bedeutung ist zudem, die Integration in den
europäischen Strommarkt voranzutreiben. "Im europäischen Rahmen lässt
sich die Integration der Erneuerbaren und die Versorgungsicherheit
günstiger herstellen. Wir müssen daher weiter an der Harmonisierung
von Marktregeln arbeiten", betont Busch.
Effizienzziel an Realität anpassen
Der bne folgt der im Weißbuch formulierten Annahme, dass es
künftig über Wärmepumpen und E-Autos mehr Stromanwendungen im
Verkehrs- und Wärmesektor geben wird. Eine Erhöhung des
Gesamtstromverbrauchs ist zu erwarten. Vor diesem Hintergrund sollten
das Ziel der Senkung des absoluten Stromverbrauches als auch die
Annahmen für den Netzausbau überprüft werden.
Die Stellungnahme finden Sie unter www.bne-online.de
Der Bundesverband Neue Energiewirtschaft
Der bne ist die schlagkräftige Interessenvertretung für die
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mit verbundenem Netz sind unsere Mitglieder frei von
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Deutschland über sieben Millionen Kunden zuverlässig mit Strom, Gas
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Pressesprecher
Fon + 49 30 400548-18
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Datum: 25.08.2015 - 08:45 Uhr
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