Schwäbische Zeitung: Leitartikel zu Flüchtlinge: Herkulesaufgabe für Europas Politik
ID: 1255548
Suche nach einer menschenwürdigen Zukunft in Frieden und Sicherheit
auf dem Weg zu uns zu Tode. Wer die Flucht überlebt, kommt in einem
hin- und hergerissenen Europa an, das nicht so recht weiß, ob es die
Menschen wegschicken oder integrieren will, in dem viele Leute helfen
wollen, aber auch immer mehr ganz offen hetzen. Die auch in der
deutschen Politik vorherrschende Mischung aus Aktionismus und
Abwarten, aus Fensterreden und Ratlosigkeit wird der explosiven
Brisanz der Lage längst nicht mehr gerecht. Und sie stärkt die ganz
Falschen.
Rechtsextreme Hetzer haben sich in den vergangenen Wochen und
Monaten immer weiter nach vorn gewagt, sie exponieren sich mit ihrem
irrationalen Hass inzwischen so öffentlich, dass dieser Hass manch
schlichtem Gemüt als legitime politische Position erscheint.
Flüchtlinge und deren Unterkünfte werden teils mit solcher Heimtücke
und Brutalität attackiert, dass man Angst haben muss, dass es bald
Tote gibt. Immer mehr ehrenamtliche Betreuer der Flüchtlinge aus
gesellschaftlichen und kirchlichen Gruppen sehen sich Anfeindungen
ausgesetzt. Kommunale Politiker und vermehrt auch Polizeibeamte sind
ins Fadenkreuz rechter Aufwiegler geraten.
Es ist an der Zeit, dass die wertvolle Arbeit der vielen
Flüchtlingshelfer überall in Deutschland von der Politik und von
staatlichen Stellen wirkungsvoll flankiert, honoriert und geschützt
wird. Dazu bedarf es eines flächendeckend kompromisslosen Vorgehens
des Rechtsstaats gegen extremistische Hetzer. Unerlässlich sind aber
auch neue deutsche und europäische Gesetze, die Zuwanderung und
Asylansprüche regeln und legale Wege nach Europa frei machen. Diese
Gesetze aktiv zu entwerfen, zu verhandeln und national wie
international in Kraft zu setzen, ist eine höchst konfliktträchtige
politische Herkulesaufgabe.
Doch die Entscheider, die sich deshalb passiv hinter den immer
gleichen Worthülsen verschanzen, versündigen sich an Hilfesuchenden
und Helfern gleichermaßen.
Pressekontakt:
Schwäbische Zeitung
Redaktion
Telefon: 0751/2955 1500
redaktion@schwaebische-zeitung.de
Themen in dieser Pressemitteilung:
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Bereitgestellt von Benutzer: ots
Datum: 30.08.2015 - 20:57 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1255548
Anzahl Zeichen: 2415
Kontakt-Informationen:
Stadt:
Ravensburg
Kategorie:
Politik & Gesellschaft
Diese Pressemitteilung wurde bisher 180 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Schwäbische Zeitung: Leitartikel zu Flüchtlinge: Herkulesaufgabe für Europas Politik"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Schwäbische Zeitung (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
Weitere Mitteilungen von Schwäbische Zeitung
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Engpass bei Krebsmedikament Über Leichen Sigrun Müller-Gerbes ...
Es ist absurd: In armen Ländern sterben Menschen, weil sie sich lebensrettende Medikamente nicht leisten können. Der Patentschutz, von dem Pharmafirmen in Industrienationen profitieren, treibt Arzneimittelpreise in astronomische Höhen - bis zu 100.000 Euro im Jahr beispielsweise für moderne
Badische Neueste Nachrichten: Tiefe Kluft - Kommentar von Martin Ferber ...
Heidenau wurde zu einem Menetekel, zu einem Symbol des Scheiterns. Eine überforderte Landesregierung und eine nicht sichtbare Bundesregierung gerieten in die Defensive und wurden zu Getriebenen. Angela Merkel hat inzwischen erkannt, dass es nicht reicht, nur mehr Geld und mehr Beamte zur Verfü
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar SPD zur digitalen Revolution Aufbruch ist der richtige Schritt CARSTEN HEIL ...
Es wird Zeit, dass sich höchste Kreise der Politik mit der Wirtschaft von morgen beschäftigen. Deshalb ist der Vorstoß der SPD-Landtagsfraktion gut und richtig, sich der Industrie 4.0 zuzuwenden. Während in den USA, im kleinen kalifornischen Silicon Valley, eine technische Revolution nach der
Neue Westfälische (Bielefeld): Kommentar Politische Reaktion auf Flüchtlingsströme Falsche Gelassenheit Miriam Scharlibbe ...
Gelassenheit ist oft die wirkungsvollste Reaktion auf heftige Emotionen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat gelassenes Abwarten in den Jahren ihrer Amtszeit perfektioniert. In der aktuellen Flüchtlingspolitik besinnt sich auch ihr Innenminister Thomas de Maizière immer konsequenter auf diese Ta




