NOZ: Interview Medien mit Margarita Broich, Schauspielerin
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Schauspielerin hat ihr Herz für eine "alte Kartoffel mit lasziven
Augen" entdeckt - Großmutter hielt Schauspielerberuf für "Kokolores"
Osnabrück.- Margarita Broich, Darstellerin der Frankfurter
"Tatort"-Kommissarin Anna Janneke, liebt den alten Porsche 924, mit
dem sie am 13. September erstmals im ARD-Sonntagskrimi zu sehen sein
wird. "Im ersten Drehbuch hatte ich noch nix, keinen Mann, keine
Wohnung, kein Auto - enttäuschend", sagte die 55-Jährige in einem
Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Dann aber
habe sie im zweiten Drehbuch gelesen: Janneke fährt vom Parkplatz.
"Da gingen bei mir alle Alarmglocken an. Und wie es meine Art ist,
habe ich dann sofort beim Sender angerufen und gesagt: Leute, jetzt
gebt mir bitte keinen Polo oder so was. Ich will ein Auto, das mir
Spaß macht." Liebe auf den ersten Blick war es allerdings nicht, wie
Broich einräumte: "Ein richtig geiler Porsche ging ja nicht, weil
Richy Müller schon so einen fährt. Deswegen hat man mir diese alte
Kartoffel dahingestellt. Am Anfang dachte ich nur: Was ist das denn
für eine Farbe? Aber mittlerweile liebe ich dieses Auto und finde es
total cool, auch wenn es hinten ein bisschen verkorkst ist - da sieht
es aus, als würde man ihm unter den Rock gucken. Aber vorne die
Augen, die haben etwas Laszives, wie ein Kamel." Trennen will sich
die "Tatort"-Kommissarin von diesem Wagen nicht mehr: "Der bleibt.
Wenn er nicht zusammenbricht. Das Auto muss ja wenigstens so gut
funktionieren, dass es den Dreh nicht aufhält. Die Zündung muss schon
gehen, ich kann den ja nicht durchs Bild tragen." Ihre 15 und 22
Jahre alten Söhne hätten schon gestaunt, als die Frau des ehemaligen
Leipziger "Tatort"-Kommissars Martin Wuttke die neue Rolle übernommen
hatte, berichtete Broich weiter: "Gut, der "Tatort" war schon eine
etwas größere Welle, da haben sie schon ein bisschen komisch geguckt.
Zumal Martin, mein Mann, ja gerade jahrelang ,Tatort'-Kommissar
gewesen war und ich jetzt auch noch damit ankam. Schon witzig, weil
wir beide bis dahin ein eher ambivalentes Verhältnis zur Polizei
hatten. Da kann man sich als Kind schon mal wundern." Von ihrer
Doppelrolle als Mutter und Schauspielerin ist Margarita Broich bei
aller Belastung nach wie vor begeistert: "Bei uns hat sich immer
schon alles vermischt: Text lernen, im Kochtopf rühren, Nägel
lackieren, Milchflasche machen. Das war zwar immer sehr anstrengend,
aber auch einfach toll. Nur Theater wäre nichts für mich gewesen -
und nur Mutter? Dafür ist meine Marmelade zu schlecht."
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Datum: 05.09.2015 - 07:00 Uhr
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