Guy Wagner (Banque de Luxembourg): Die Weltwirtschaft wird in diesem Jahr weniger wachsen als 2014
Es wird immer wahrscheinlicher, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr weniger wachsen wird als 2014, obwohl die Ölpreise gering und die Zinsen niedrig sind. Dies ist die Meinung von Guy Wagner, Chief Investment Officer der Banque de Luxembourg, und seinem Team in der jüngsten Ausgabe der monatlichen „Investment-Highlights‘.
Guy Wagner, Chief Investment Officer der Banque de Luxembourg (firmenpresse) - In den Schwellenländern kühlt die Wirtschaft stärker ab. Anzeichen einer Konjunkturschwäche sind nicht mehr nur in China, Brasilien und Russland zu beobachten, sondern auch in anderen Ländern, beispielsweise in Indonesien, Indien oder Südkorea. Bislang breitete sich die Schwäche allerdings noch nicht auf die Industriestaaten aus, die nach wie vor ein moderates Wachstum verzeichnen. „Es wird immer wahrscheinlicher, dass die Weltwirtschaft in diesem Jahr weniger wachsen wird als 2014, obwohl die Ölpreise gering und die Zinsen niedrig sind“, sagt Guy Wagner, Chief Investment Officer der Banque de Luxembourg und Geschäftsführer der Kapitalanlagegesellschaft BLI - Banque de Luxembourg Investments. Die Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft und die Entscheidung der lokalen Behörden, ihre Währung abzuwerten, lösten den Rückgang der Börsenkurse aus. „Da das Wirtschaftswachstum auch in den meisten übrigen Regionen der Welt nur schleppend vorangeht, wird allmählich wieder eine Ausweitung des Deflationsdrucks befürchtet. Die Korrektur an den Börsen im August fiel zwar deutlich aus, reichte jedoch nicht aus, um die Bewertungen wieder auf ein attraktives Niveau zu bringen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Aktienmärkte im Oktober – einer traditionell schwierigen Börsenzeit – verhalten, wenn sich die großen multinationalen Konzerne äußern, wie sich die zunehmende Konjunkturverlangsamung in den Schwellenländern auf ihr Gewinnwachstum auswirken könnte.“
Die wichtigsten Preisindikatoren bleiben relativ stabil
Die wichtigsten Preisindikatoren aus den USA und Europa hielten sich in den zurückliegenden Monaten relativ stabil. Die Kernrate des Deflators der privaten Konsumausgaben, der bevorzugte Inflationsmaßstab der Federal Reserve, ging leicht zurück. Die Teuerungsrate der Eurozone veränderte sich im August nicht. „Aufgrund des neuerlichen Rückgangs der Rohstoffpreise könnte die europäische Inflationsrate in den kommenden Monaten wieder negativ werden“, meint der luxemburgische Ökonom.
Analysten: Federal Reserve wird ihre Leitzinsen im September unverändert lassen.
Im abgelaufenen Monat hielten sich die Währungshüter Europas, der USA und Japans äußerst bedeckt und gaben keine neuen Hinweise zu ihren geldpolitischen Absichten. Guy Wagner: „Da sich die Anzeichen einer Konjunkturabkühlung in den Schwellenländern verdichten und die Schwankungen an den Börsen zunehmen, gehen die meisten Analysten inzwischen davon aus, dass die Federal Reserve ihre Leitzinsen bei ihrer kommenden Sitzung in diesem Monat unverändert lassen wird.“ In China weiteten die Behörden das Währungsband des Yuan gegenüber dem US-Dollar aus, was eine Abschwächung der chinesischen Währung bewirkte.
US-Staatsanleihen bleiben einzige akzeptable Alternative innerhalb der Industrieländer
Staatsanleihen wurden im August trotz gestiegener Volatilität an den Aktienmärkten nicht als Fluchtwert eingestuft. Die Entwicklung der Rentenmärkte der Eurozone hängt gewissermaßen allein von den Interventionen der Europäischen Zentralbank und der aufsichtsrechtlichen Regulierung ab, während die wirtschaftlichen Fundamentaldaten praktisch überhaupt keine Rolle mehr spielen. „Die Langfristzinsen der Kernländer der Eurozone sind nach wie vor kaum attraktiv. Einzige akzeptable Alternative innerhalb der Industrieländer bleiben US-Staatsanleihen, da sie noch über ein leichtes Aufwärtspotenzial verfügen, falls der Deflationsdruck wieder zunehmen sollte“, meint Guy Wagner abschließend.
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BLI - Banque de Luxembourg Investments S.A. ist die unabhängige Fondsmanagement- und Kapitalanlagegesellschaft der Banque de Luxembourg. In ihr sind die Analyse- und Management-Kompetenz der Luxemburger Privatbank gebündelt. BLI verwaltet und vertreibt eine Palette von fast 30 Investmentfonds der Banque de Luxembourg mit Schwerpunkt auf der Vermögensverwaltung. Die Assets under Management betragen 10,27 Milliarden Euro (Stand: 31.08.2015).
Die Banque de Luxembourg ist seit über 90 Jahren einer der führenden Vermögensverwalter im Großherzogtum Luxemburg. Die Privatbank verfügt über 850 Mitarbeiter und hat sich auf die Bereiche Vermögensverwaltung, Vermögensübertragung, Private Banking und Philanthropie spezialisiert.
Mike THOMÉ
Director Corporate Communications & Marketing
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Datum: 09.09.2015 - 10:35 Uhr
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Börse & Aktien
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Freigabedatum: 09.09.2015
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