Thüringische Landeszeitung: Umfrage: Vertrauen der Ostdeutschen in Merkel schwindet
Insa-Chef Binkert: Flüchtlingsthema entscheidend - Maaz: viele Ex-DDR-Bürger fühlen sich nicht ernst genommen
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meisten vertrauen, nennen im aktuellen Insa-Meinungstrend 32 Prozent
Angela Merkel. Dies wurde vom 18. bis 21. September bei der
repräsentativen, deutschlandweiten Befragung von 2187 Personen
ermittelt. Etwas mehr als vor einem Monat, dort waren es 31 Prozent.
Wenn der Erfurter Meinungsforscher Hermann Binkert aber tiefer in die
Zahlen blickt, die der "Thüringischen Landeszeitung" (TLZ) exklusiv
vorliegen, bemerkt er eine deutliche Veränderung: Noch im August
sprachen 32 Prozent der Ostdeutschen Merkel ihr Vertrauen aus,
aktuell sind es nur noch 24 Prozent. Bei den Westdeutschen legte
Merkel dagegen leicht zu, von 31 auf 33 Prozent. In Ost und West
Federn lassen, muss Bodo Ramelow. Im August sprachen ihm noch 3
Prozent der Westdeutschen und 10 Prozent der Ostdeutschen ihr
Vertrauen aus, im September sanken seine Werte im Westen auf 2
Prozent und im Osten auf 7 Prozent.
Insa-Chef Binkert erklärt: "Das Thema Flüchtlinge verändert die
politische Stimmung in Deutschland mit signifikanten Unterschieden
zwischen Ost und West." Dass vor allem die Ostdeutschen enttäuscht
von Kanzlerin Merkel sind, erklärt sich für Hans-Joachim Maaz aus
deren Geschichte. "Sie mussten in den vergangenen 25 Jahren sehr
viele und sehr radikale Veränderungen durchleben, aushalten und
durchstehen", erklärt der Hallenser Psychotherapeut, der durch sein
Buch "Der Gefühlsstau" zum Therapeuten der ostdeutschen Seele
geworden ist. Probleme seien nach der Wende kaum kommuniziert worden.
"Wer die Wiedervereinigung kritisierte, wurde sofort belehrt, ob er
denn die DDR wiederhaben wolle", sagt Maaz. Angesichts der
Flüchtlingskrise gehe "für viele der Ostdeutschen genau das wieder
los". Wieder gebe es Veränderungen, wieder würden dabei Sorgen und
Ängste nicht ernst genommen. Dabei sei "mit dem Zustrom an
Flüchtlingen eine Situation entstanden, die unser aller Leben
wesentlich verändern wird", ist sich Hans-Joachim Maaz sicher.
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Fax: 03643 206 422
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Datum: 25.09.2015 - 05:00 Uhr
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