Rheinische Post: VW-Kirche im Dorf lassen
Kommentar Von Thomas Reisener
ID: 1267748
der VW zurecht Milliarden kosten wird. Trotzdem geht VW davon nicht
unter. Drei Relativierungen zur aktuellen Krisenstimmung: Erstens:
Das Image von VW ist beschädigt, aber nicht das Image aller deutschen
Autobauer. Selbst Amerikaner wissen, dass ein Mercedes nach dem
"Diesel-Gate" nicht schlechter fährt als vorher. Zweitens: Dies ist
nicht der erste globale Skandal "Made in Germany". Siemens hat die
Schmiergeldaffäre überlebt, Bayer den Lipobay-Pharma-Skandal und die
Deutsche Bank die Libor-Zinsmanipulation. Unternehmen dieser
Größenordnung hilft die deutsche Politik, wenn es im Ausland eng
wird. VW ist systemrelevant. Die Bundesregierung wird VW niemals
opfern - falls Wolfsburg Hilfe überhaupt nötig hat. Drittens: Toyota
und GM haben schon Millionen Autos mit defekten Gaspedalen und
Zündschlössern verkauft. Beides sogar mit Todesfolge. Toyota und GM
verdienen trotzdem wieder prächtig. Die VW-Autos sind nicht mal
kaputt. VW hat ein ethisches Problem, kein technisches.
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Datum: 27.09.2015 - 19:04 Uhr
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