Westfalenpost: Martin Korte zur Afghanistan-Politik: Das Scheitern am Hindukusch
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am Hindukusch verteidigt wird - so wie der ehemalige
Verteidigungsminister Struck einst fabulierte - dann lässt die
aktuelle Lage in Kundus nur einen Schluss zu: Deutschland ist in
Afghanistan gescheitert. So wie schon vorher die Russen, die
Amerikaner und die Nato gescheitert sind.
Afghanistan wird von den Taliban gerade schrittweise in Schutt und
Asche gelegt, zum Teil mit der Unterstützung der paschtunischen
Bevölkerung. Kundus ist unsicherer denn je. Die Regierung in Kabul
erweckt nicht den Eindruck, als könne sie auch nur im Ansatz für
Stabilität sorgen. Kundus' Fall forciert den Vertrauensverlust der
Einwohner in die Führung. Die Menschen leiden schrecklich - und
fliehen, vorzugsweise nach Europa.
Es ist die Aufgabe der Politik, aus Fehlern zu lernen. 54 deutsche
Soldaten sind in Afghanistan gefallen - und jetzt kündigen die
Taliban an, bald die Hauptstadt einnehmen zu wollen. Wir sind also
keinen Schritt nach vorn gekommen. Es gibt nur zwei Möglichkeiten:
Entweder raus aus dem Land, und zwar so schnell wie möglich. Oder
eine internationale, nachhaltige Großoffensive gegen die Taliban. Sie
wäre zeitaufwendig, wahrscheinlich verlustreich und teuer. Aber
Halbherzigkeit ist ein Fehler. Einer, den schon zu viele gemacht
haben.
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Datum: 29.09.2015 - 21:20 Uhr
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