Westfalen-Blatt: Das WESTFALEN-BLATT (Bielefeld) zu Portugal nach der Wahl
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Wahlergebnis in Portugal gar nicht gefallen. Ministerpräsident Pedro
Passos Coelho gilt wie sie als Verfechter einer konsequenten
Sparpolitik, was ihm bei den Linken im Land den Vorwurf einbrachte,
deutscher zu sein als die Deutschen. Gern hat man in Berlin auf den
angeblichen Musterschüler in Lissabon hingewiesen, wenn gleichzeitig
mangelnder Sparwille in Athen kritisiert wurde.
In den letzten Jahren hat Passos Coelho beim Kürzen von Ausgaben
und Erhöhen von Steuern wie der Mehrwertsteuer aber den Bogen
überspannt. Immer mehr Portugiesen sind mittlerweile auf
Lebensmittelspenden angewiesen, immer mehr junge Leute verlassen
mangels Perspektiven das Land, das früher als »Armenhaus Europas«
galt und auch heute trotz einiger wirtschaftlicher Fortschritte
anfällig für Finanzkrisen ist.
Das Bündnis »Portugal à Frente« hat seine Mehrheit verloren, die
Regierungsbildung wird schwierig. Die linken Kräfte wittern
Morgenluft und ihr Erfolg wird Podemos in Spanien Auftrieb geben.
Die linke Protestpartei hält wie ihr griechisches Pendant Syriza
nicht viel von harten Sparprogrammen. In Spanien wird Ende des Jahres
gewählt - nicht nur Angela Merkel ist schon jetzt auf das Ergebnis
gespannt.
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Datum: 05.10.2015 - 21:00 Uhr
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