Für Veränderung ist eiserner Wille und ein gutes Team notwendig
Wie können Zulieferer und Logistik-Dienstleister steigendem Kostendruck begegnen und ihre Unternehmen mithilfe von Lean Management-Prinzipien flexibler und leistungsfähiger machen? Diese Leitfragen standen im Mittelpunkt der vierten Vortrags– und Diskussionsveranstaltung „Experten im Dialog“, die am 1. und 2. Oktober im auf Lean Management-Wissen spezialisierten Impuls Trainingscenter in Köln stattfand. Anhand von Vorträgen, Erfahrungsberichten und praktischen Einheiten erhielten die rund 40 Teilnehmer, vor allem Geschäftsführer und Führungskräfte, einen guten Einblick, wie man Lean Management startet, welche positiven Effekte es bringt, aber auch, auf welche Schwierigkeiten man sich einstellen muss.
Hilfreiche Vorträge
Um zu zeigen, was mit Lean Management konkret verändert werden kann, nahmen Erfahrungsberichte, persönliche Projektbewertungen und der Austausch mit den Anwesenden viel Raum im Konferenzablauf ein. In seinem Einführungsvortrag ging Impuls Gesellschafter und Trainer Joachim Klesius zunächst auf die Frage ein: „Wie verändert man überhaupt etwas in einem Unternehmen?“. Anhand der Beispiele des Hochsprungs, der sich nach und nach vom Schersprung zum Fosbury-Flop weiterentwickelte sowie der Entwicklung von der Kerze bis zum heute aktuellen Laserlicht im Kfz betonte er, dass Erfolg nicht Zufall, sondern eine Frage des stetigen Ausprobierens und des ständigen Weiterentwickelns sei. Die Unternehmen müssten jedoch ihre Mitarbeiter motivieren, sich ständig dem Wechsel zu stellen und gemeinsam und im Team Ideen zu entwickeln. Die im Impuls Trainingscenter vorhandenen Angebote und Simulationsangebote, so Klesius, seien dazu, sowohl was die Methoden- als auch die Führungskompetenz angehe, ideal.
Absoluter Wille zur Veränderung
Unter dem Titel „Aller Anfang ist schwer. Wie überwinde ich den Beharrungszustand“ berichtete Ralph Rumberg, CEO KOKI TECHNIK Transmission Systems GmbH, Niederwürschnitz, über seine Erfahrungen mit Change Prozessen. Der Geschäftsführer forderte auf, zunächst sehr akkurat zu analysieren, in welchem Status die Organisation konkret stehe. Als Basis hierzu könne das Modell vom Change House dienen, in dem es ein Zimmer der Zufriedenheit, der Verweigerung, der Verwirrung und der Erneuerung gebe. „Aus den Formulierungen der Beteiligten“, so Rumberg wörtlich, „lässt sich häufig gut ableiten, in welchem Zimmer man gerade steht und wohin man die Menschen bewegen muss.“ Sei der Ist-Zustand erkannt, wäre es dann notwendig, einen „eisernen Willen zu entwickeln, etwas zu verändern“, den Menschen eine Vision zu geben und ein motiviertes Team zu schaffen.
Positive Effekte durch Lean Management
„Vom Logistiker zum Systemdienstleister“ lautete der Vortrag von Dr. Christian Huber, Leiter Consulting, Lean Programm & Qualitätsmanagement bei der Herrenberger LGI Logistics Group International GmbH. Er erläuterte darin, wie es dem Unternehmen seit 2011 gelingt, die Prozesse schlanker und die vorhandenen Logistikangebote anspruchsvoller und damit attraktiver, besonders für Groß-Kunden, zu machen. „Wir haben bei der Umsetzung festgestellt“, so Huber unter anderem, „dass es häufig besser ist, nicht die großen Abläufe in den Mittelpunkt zu stellen, sondern über kleine Projekte nach vorne zu kommen.“
Gute Erfahrungen nach fünf Jahren Lean Management
Dr. Timo Bartsch, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig GmbH, beschrieb die Schritte, die das Unternehmen geht, um in der Produktion stabiler, besser und flexibler zu werden. Bartsch, der beim Motoren- und Getriebeteileproduzenten für IT und Organisation zuständig ist, nannte die Zusammenführung der Prozessketten, die wertstromorientierte Fabrikplanung, die Moderation und Unterstützung der Projektteams durch das Impuls Trainingscenter, die Konzentration des Materialflusses sowie die klare Quantitätsverantwortung durch Konzentration der Fertigungsbereiche wichtige Schritte, um die 2010 gesetzten Ziele zu erreichen.
Hoher Energielevel
Dr. Christian Reuter, COO bei der HOERBIGER Antriebstechnik GmbH in Oberstenfeld, stellte in seiner Präsentation „Lean Leadership“ schließlich persönliche Erfahrungen mit dem Thema vor und betonte dabei, dass Lean nachhaltig die Art und Weise des Denkens, Redens, Sehens, Handelns und Reagierens im Unternehmen verändere. Um diese Entwicklungen zu steuern und zu führen, müsse es einen Top- Down-Ansatz geben und beim Management müssten die Fähigkeiten vorhanden sein, zuzuhören, zu moderieren und zu honorieren. Wichtig sei außerdem ein hohes Energielevel bei den Verantwortlichen.
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Über das Impuls Trainingscenter
Das Impuls Trainingscenter wurde 2011 in Köln gegründet. Eingerichtet in einer ehemaligen Produktionshalle ist sein Ziel, Wissen und Erfahrungen rund um das Thema Lean Management an Führungskräfte, aber auch an Mitarbeiter, zu vermitteln. Im Unterschied zu anderen Einrichtungen setzen die Macher dabei weniger auf Frontalunterricht und Theorie, sondern auf das Prinzip des Ausprobierens, Begreifens und Fühlens. Konkret heißt das: Die Teilnehmer werden zunächst anhand von Simulationen und mit Spielelementen nachgestellten Abläufen in die Thematik eingeführt, nach ihren speziellen Erfahrungen befragt und anschließend gebeten, eigenständig Verbesserungen und Optimierungen herbeizuführen. Die in der Simulation erarbeiteten Wege werden dann später in der Praxis umgesetzt. In Absprache mit den Kunden werden die Trainings auch in den Unternehmen selbst umgesetzt beziehungsweise Trainer ausgebildet.
text professionell
Jürgen Rönsch
Harkortstraße 24
48163 Münster
Tel: 0177 5919682
roensch(at)text-professionell.de
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Datum: 06.10.2015 - 20:55 Uhr
Sprache: Deutsch
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Unternehmensführung
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Freigabedatum: 05.10.2015
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