Missbrauch von Klimaschutzzertifikaten
Der Ursprungsgedanke des Handels mit Klimaschutzzertifikaten war gut. Doch ein Schlupflöchern wurde vor allem von russischen und ukrainischen Firmen als Gelddruckmaschine ausgenutzt und brachte statt der Reduktion eine Steigerung des globalen CO2-Ausstoßes.
Klimaschutzmaßnahmen auf dem Prüfstand
Die im Rahmen des Kyoto-Protokolls eingeführten Klimaschutz-Mechanismen, wie Clean Development Mechanism (CDM) und Joint Implementation (JI), sollten dazu beitragen, dass auch Entwicklungsländer am Klimaschutz beteiligt werden. In diesen Staaten steckt besonders großes Einsparpotenzial, aber kaum Kapital, um dieses Potenzial zu nutzen. Während CDM-Projekte auf Maßnahmen in den Entwicklungsländern abzielen, sollte es durch JI-Projekte ermöglicht werden, dass durch CO2-Einsparungen nicht benötigte Ausstoßzertifikate in andere Industrieländer verkauft werden können.
Im Auftrag von Österreich, der Schweiz und Finnland nahm das Stockholm Environment Institute (SEI) 60 dieser JI-Projekte, und damit ein Zehntel der Gesamtmenge, nach dem Zufallsprinzip unter die Lupe. Das Ergebnis ist ernüchternd: Statt zu Einsparungen hat der JI-Mechanismus die globalen Treibhausgasemissionen um 600 Millionen Tonnen steigen lassen. „Dies ist eine vorsichtige Schätzung“, erläutert der an der Studie beteiligte Forscher Lambert Schneider. In fast drei Viertel der Fälle sei zudem das Zusätzlichkeits-Kriterium nicht erfüllt. Folglich wären die Projekte auch ohne den CO2-Zertifikatshandel zustande gekommen.
CO2-Zertifikate als Gelddruckmaschine
So nutzten vor allem russische und ukrainische Firmen das System aus, indem sie zu seiner Einführung ihre Treibhausgas-Emissionen zunächst künstlich nach oben trieben. Im Anschluss konnten sie enorme CO2-Einsparungen vorweisen, für die sie CO2-Zertifikate erhielten, die sie an andere Firmen verkaufen konnten. Besonders schwerwiegend ist der Fall des russischen Kunststoffhersteller Halo Polymer, der binnen eines Jahres in der Fabrik bei Perm seine CO2-Produktion um das Siebenfache steigerte. Nach Ansicht der Studienautoren ergab sich diese jedoch nicht aus einer Steigerung der Kunststoffproduktion sondern aus der bewusst ineffizienten Betriebsweise. Die dadurch generierten Zertifikate wurden überwiegend an den europäischen Markt verkauft. Mit vier Anlagen konnte die Firma Halo Polymer mehrere hundert Millionen Euro machen.
Europäischer Zertifikatshandel ohne Anreize
Eigentlich waren die Zertifikate als Belohnung für Klimaschutz gedacht, der es Partnern im Ausland ermöglichen sollte, etwas mehr zu verbrauchen. Solange insgesamt weniger CO2 produziert wird, funktioniert das System. Doch eben das ist laut den Ergebnissen der SEI nicht geschehen. Vielmehr erklärt die Studie, wie der europäische Markt mit Zertifikaten überschwemmt werden konnte, denn fast zwei Drittel der betreffenden Verschmutzungsrechte landeten scheinbar im Zertifikatshandel der EU. Dies ließ die Preise für die Zertifikate in den Keller rauschen und machte das Anreizsystem zunichte.
Das Ende des Geschäftsmodells kam erste 2013 als Russland aus dem Kyoto-Protokoll ausstieg und sich an dem Mechanismus nicht mehr beteiligte.
Das Problem lag laut Lambert Schneider daran, dass die Vereinten Nationen keine zentralisierte Aufsichtsinstanz einführten, sondern die Kontrolle den Staaten überließen. Lambert zieht daraus Lehren für das zu vereinbarende Abkommen: „Wir dürfen diesen Fehler beim Pariser Abkommen auf keinen Fall wiederholen. Wir brauchen eine internationale Aufsicht.“
Quellen:
Spiegel
iwr.de
tagesschau.deWeitere Infos zu dieser Pressemeldung:
Themen in dieser Pressemitteilung:
klimaschutz
zertifikate
co2
zertifikatshandel
einsparungen
russland
ukraine
stockholm-environment-institute
emissionen
kyoto
halo-polymer
joint-implementation
schlupfloch
system
Unternehmensinformation / Kurzprofil:
Über das Energieverbraucherportal
www.energieverbraucherportal.de ist ein unabhängiges Internet-Portal der Düsseldorfer Agentur De-Media GmbH.
Ein Tarifvergleichsportal für den Energiesektor bei dem nicht nur der günstigste Preis sondern auch Verbraucherfreundlichkeit, Servicequalität und Umweltaspekte gute Argumente für einen empfehlenswerten Tarif sind – genau diese Idee stand am Anfang der Konzeption des Energieverbraucherportals.
So bietet der Vergleichsrechner ein System an, welches nach Leistungen und Mehrwerten aus einer Vielzahl an Tarifen eine übersichtliche Vergleichsaufstellung erstellt, die einen guten Preis und faire Konditionen in Einklang bringt. Angebote, die für die Verbraucher mit hohen Risiken wie Vorauszahlungen behaftet sind, werden nur auf Wunsch in dem Ranking berücksichtigt. Ebenso werden Bonuszahlungen nicht sofort in den Endpreis einberechnet.
Seit 2007 liefert das Energieverbraucherportal dementsprechend mit seinem verbraucherfreundlichen Ansatz einen Gegenpol zu den üblichen Vergleichsrechnern im Internet. Hier findet der Verbraucher neben günstigen Energietarifen vor allen Dingen Angebote von verantwortungsbewussten Energieversorgern mit Servicegedanken auf den vorderen Plätzen.
Dabei setzen sowohl das Energieverbraucherportal als auch die federführende Agentur De-Media GmbH konsequent auf Unabhängigkeit, Verbraucherorientierung sowie Transparenz bei Preis und Leistung.
Energieverbraucherportal
De-Media GmbH
Merowingerstraße 71
40225 Düsseldorf
Tel.: 0211 598978-14
Fax.: 0211 598978-11
carolin.lonnes(at)de-media.de
Datum: 14.10.2015 - 12:21 Uhr
Sprache: Deutsch
News-ID 1275432
Anzahl Zeichen: 4327
Kontakt-Informationen:
Ansprechpartner: Carolin Lonnes
Stadt:
Düsseldorf
Telefon: 021159897814
Kategorie:
Energie & Umwelt
Meldungsart: Unternehmensinformation
Versandart: Veröffentlichung
Freigabedatum: 14.10.2015
Diese Pressemitteilung wurde bisher 587 mal aufgerufen.
Die Pressemitteilung mit dem Titel:
"Missbrauch von Klimaschutzzertifikaten"
steht unter der journalistisch-redaktionellen Verantwortung von
Energieverbraucherportal (Nachricht senden)
Beachten Sie bitte die weiteren Informationen zum Haftungsauschluß (gemäß TMG - TeleMedianGesetz) und dem Datenschutz (gemäß der DSGVO).
„TOP-Lokalversorger“ – Qualitätsauszeichnung für stimmiges Preis-Leistungsverhältnis Um Verbrauchern einen sicheren Anhaltspunkt bei der Orientierung im Dickicht des Energiemarktes zu verschaffen, verleiht der unabhängige Tarifvergleichsrechner Energieverbraucherportal (www.energieverbr
ATOMENDLAGER BUER – FRANKREICHS GORLEBEN ...
Wer meint, dass nur Deutschland arge Probleme mit der Endlagerung von mittel- bis hochradioaktiven Atommüll hat, hat den Blick noch nicht nach Frankreich gerichtet. Die französische Agentur für Atommüllverwaltung (Andra) betreibt im kleinen französischen Ort Buer in der Region Lothringen ein Fo
Energievertreter – das Geschäft an der Haustür ...
Das Wissen darum, dass ein Anbieterwechsel für Strom und Gas häufig viel Geld spart, ist mittlerweile weit verbreitet. Dennoch scheuen viele Verbraucher den Wechsel, obwohl er schnell und unkompliziert durchzuführen ist. Vor allem der Zeitaufwand, um sich einen Überblick über die Vielzahl an An
Weitere Mitteilungen von Energieverbraucherportal
DEAübernimmt E.ON E&P Norge AS ...
-DEA forciert Wachstumsstrategie -Großer Wachstumsschritt in den Kernregionen -DEA baut Position auf norwegischem Festlandsockel aus -Übernahme verdoppelt DEAs Produktion in Norwegen Die DEA Deutsche Erdoel AG übernimmt 100 % der Anteile von EONs norwegischem Öl- und Gasgesc
Effiziente Lösung für das Fräsen von Landeklappen bei GKN Aerospace ...
Am Münchner Standort des Unternehmens GKN Aerospace ist seit März 2015 eine neue Fooke-Fünf-Achs-Portalfräsmaschine mit einer maßgeschneiderten Entstaubungsanlage von Keller Lufttechnik erfolgreich im Einsatz. Die hochmoderne und hochproduktive Bearbeitungsmaschine ist 14 Meter lang und dient
Schüco TipTronic SimplySmart ...
Der verdeckt liegende mechatronische Beschlag Schüco TipTronic SimplySmart vereint die Aspekte Energiemanagement, Gebäudeautomation, Sicherheit und Design. Er gehört dank neuster Motorentechnik und weiterentwickelter mechanischer Komponenten zu den leisesten, komplett integrierten Antrieben im M
TÜV SÜD beim Branchentag Holz 2015 ...
Am 3. und 4. November 2015 treffen sich die Repräsentanten des deutschen Holzhandels auf dem Branchentag Holz in Köln. Auf der Fachmesse tauschen sich Experten und Entscheidungsträger über Innovationen und Trends aus. Auch TÜV SÜD ist in diesem Jahr vor Ort und unterstützt das Forest Steward




