Südwest Presse: KOMMENTAR · KRANKENKASSEN
ID: 1275754
Noch Anfang September freute sich Bundesgesundheitsminister
Hermann Gröhe (CDU), die gesetzlichen Krankenkassen hätten Reserven
von mehr als 15 Milliarden Euro. Dazu scheint die Erhöhung des
Beitragssatzes auf 15,7 Prozent, die der Schätzerkreis für 2016
erwartet, wie die Faust aufs Auge zu passen. Tatsächlich haben Gröhe
und die Gesundheitspolitiker der Koalition die Spirale der
Beitragserhöhungen bewusst losgetreten. Die Kassen haben seit Monaten
davor gewarnt. Zwar sorgt die gute Beschäftigung für mehr Einnahmen.
Aber schon die laufenden Ausgaben, insbesondere für Medikamente,
wachsen noch schneller. Zudem wurde eine ganze Reihe von neuen
Wohltaten beschlossen. Ob Krankenhausreform, bessere Ärzteversorgung
im ländlichen Raum oder Präventionsgesetz, jede Maßnahme mag für sich
gut zu begründen sein. Doch in Summe kostet alles viel Geld, und das
dauerhaft, während Reserven der Kassen nur ein vorübergehendes
Phänomen sind. Daher ist sicher, dass die Beitragssätze in den
nächsten Jahren weiter steigen. Die Versicherten müssen für eine
kurzsichtige Politik bezahlen. Allerdings gibt es schon seit Anfang
dieses Jahres keinen Einheits-Beitragssatz mehr. Wer eine günstige
Kasse hat oder wechselt, der kann einiges sparen. Die Reserven sind
sehr ungleichmäßig verteilt. Der Vorteil muss jedoch nicht länger
anhalten - irgendwann ist das schönste Polster weg.
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Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
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Datum: 14.10.2015 - 19:17 Uhr
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