Südwest Presse: KOMMENTAR · SEEHOFER
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Allmählich nimmt der Zwist unter den Parteischwestern CDU und CSU
groteske Formen an. Seinem wachsenden Ärger über die vermeintliche
Tatenlosigkeit der Kanzlerin verleiht Bayerns Ministerpräsident jetzt
schon mit ultimativen Forderungen Nachdruck. Was will Horst Seehofer
denn machen, wenn Angela Merkel nicht pariert? Will er seine nicht
existente Landesarmee an der bayerisch-österreichischen Grenze
aufmarschieren lassen oder eine neue Mauer in Deutschland bauen?
Einstweilen reagiert die CDU-Vorsitzende mit dem ihr eigenen
Gleichmut auf die mehr als unfreundlichen Attacken aus München. Man
kann es auch so sagen: Sie lässt ihren ungezogenen kleinen Bruder von
der weiß-blauen Regionalpartei einfach abblitzen. Doch ist zu
vermuten, dass Seehofer diese Reaktion erst recht auf die Palme
treibt. Und irgendwann könnten dann auch viele CDU-Mitglieder denken,
dass die Kanzlerin endlich zum Jagen getragen werden muss. Aber so
einfach, wie sich der CSU-Boss die Lösung des Flüchtlingsproblems
ausmalt, wird es nicht gehen. Deutschland schafft es nicht allein,
sondern nur in einer konzertierten Aktion der EU und der
Syrien-Anrainer. Die Union aber wird weniger durch Fehler oder
Versäumnisse in der Flüchtlingspolitik geschwächt, sondern durch
offenen Streit in der Parteifamilie. Seehofer sollte daher das
Zündeln lassen - im eigenen Interesse.
Pressekontakt:
Südwest Presse
Ulrike Sosalla
Telefon: 0731/156218
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Datum: 27.10.2015 - 18:58 Uhr
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