NRZ: Sie dürfen nicht gewinnen - ein Kommentar von MANFRED LACHNIET
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besonnene Politiker hierzulande, dass der Terror nicht mit der
aktuellen Flüchtlingsdiskussion vermengt werden darf. Andere
Verantwortliche wie Seehofer oder Söder tun genau das Gegenteil.
Tatsächlich ist die unheilvolle Vermischung der Themen längst da.
Natürlich ist es ein unhaltbarer Zustand, wenn unsere Behörden nicht
genau wissen, wer in unser Land kommt. Dies macht den Menschen Angst
und hätte längst geändert werden müssen. Tatsache ist aber auch, dass
viele Flüchtlinge genau jenen Terroristen entkommen wollen, die jetzt
in Paris so massenhaft mordeten.
Darum muss das politische Handeln jetzt auf die Bekämpfung des
sogenannten "Islamischen Staates" (IS) und seiner Gesinnungsgenossen
abzielen. Der Kampf gegen diese Mordbanden muss endlich von allen
großen Mächten geführt werden. Was am Freitagabend in Paris geschehen
ist, passiert in Städten wie Bagdad oder Beirut alle paar Tage. Wir
blenden das nur zu gerne aus. Zu lange haben wir den üblen Mächten
etwa in Syrien das Feld überlassen. Von einer klaren Haltung kann bis
auf den heutigen Tag nicht die Rede sein. Stattdessen verkaufen wir
immer noch Waffen an die Helfershelfer der Terroristen. Wachrütteln
und Einigkeit müssen nun die Konsequenzen von Paris sein. Europa ist
in den letzten Wochen auseinandergedriftet. Jetzt ist der Zeitpunkt
gekommen, dass die Staaten wieder zusammenstehen. Das darf kein
frommer Wunsch sein, sondern ist ein klarer Auftrag an die Politik -
und an uns alle.
Die Terroristen haben auf unsere Art zu leben gezielt. Sie haben
uns alle angegriffen, Christen, Muslime, Juden, Atheisten. Sie
verachten Freiheit und Offenheit, Toleranz, Fröhlichkeit und den
Dialog. Sie verhöhnen aber auch, was sie ihre eigene Religion nennen.
Indem sie morden, treten sie den Koran mit Füßen. Folgerichtig haben
Muslime auch bei uns die Attentate deutlich verurteilt. Denn auch sie
zählen zu den Opfern der Terroristen. Genauso klar müssen die
Scharfmacher von Pegida und Co. in die Schranken gewiesen werden. Sie
wollen die Religion als Ursache für den Terrorismus herbeireden - und
schüren damit bewusst Ängste und Ressentiments. Die Trauer um die
vielen Ermordeten muss die Menschen einen. Wenn sie gegeneinander
aufgehetzt werden, spielt das nur den Terroristen in die Hände. Sie
dürfen den Kampf nicht gewinnen.
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Datum: 15.11.2015 - 17:34 Uhr
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