Rheinische Post: Der Feind lauert im eigenen Haus
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Noch sind die Untersuchungen zum Ablauf der Anschläge von Paris
nicht abgeschlossen, aber es steht bereits fest, dass auch diesmal -
wie schon bei den Attentaten im Januar - Franzosen an dem Blutbad
beteiligt waren. "Hausgemachte Terroristen" heißt das im Jargon der
Spezialisten: Täter, die im Land geboren wurden, dort zur Schule
gegangen sind, manchmal sogar eine Familie gegründet haben. Und die
dann trotzdem in den Extremismus abgleiten und eine Fünfte Kolonne
bilden. Frankreich hat damit ein besonders großes Problem. Aus keinem
anderem Land ziehen so viele junge Männer (und auch Frauen) in den
vermeintlich Heiligen Krieg. Nirgends ist die Liste der mutmaßlichen
Sympathisanten länger. Das hat seine Gründe: Die Ghettos, in denen
viele Einwanderer nun schon in der dritten Generation leben, die
gesellschaftliche Apartheid und das soziale Elend, zu dessen Opfern
sie oft werden. Die Regierung will jetzt entschlossen dagegen
vorgehen, aber das wurde schon so häufig versprochen. Nun soll eine
neue Behörde Jugendliche vor dem Abgleiten in den Islamismus
bewahren, und die Schule soll ihnen die Werte der Republik
eintrichtern: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Jene Ideale,
hinter denen sich Frankreichs Politiker bislang so gerne
verschanzten, um nichts zu tun. Die Integration à la française, die
Einwanderern völlige Assimilierung abverlangt, ohne ihnen in Wahrheit
die gleichen Chancen einzuräumen, ist gescheitert. Mit schlimmen
Folgen. In Deutschland, wo wir in den kommenden Jahren eine große
Zahl von Flüchtlingen integrieren müssen, sollte uns das eine Warnung
sein. Auch hierzulande wurden im Zeichen einer naiven
Multikulti-Ideologie auf diesem Gebiet viele Fehler begangen. Diesmal
müssen wir es besser machen. Ein Blick nach Frankreich zeigt, warum.
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Datum: 15.11.2015 - 19:48 Uhr
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