Rheinische Post: Tatort Bundesliga
Kommentar Von Gianni Costa
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hätte man naiv annehmen können, müssten doch alle an einem Strang
ziehen. In den Farben getrennt, in der Sache vereint. Das vergangene
Wochenende hat das Gegenteil gezeigt. Rund um viele Partien in der
Fußball-Bundesliga ist es zu Massenschlägereien mit Schwerverletzten
gekommen. Es ist das Ergebnis einer über Jahre praktizierten
Verharmlosungspolitik. Viel zu lange hat man Kriminellen den Fußball
als Spielwiese überlassen. Sie durften randalieren, ohne gravierende
Konsequenzen fürchten zu müssen. Am meisten trifft Chaoten, wenn
ihnen der eigene Verein die Rote Karte zeigt. Doch immer wieder
knicken Klubs trotz schwerer Straftaten ein und heben Stadionverbote
nach wenigen Monaten wieder auf. Ein fatales Signal. Der Fußball als
Massenveranstaltung steht vor einer Zäsur. Die Herausforderungen sind
gewaltig - Sicherheitsgefühl bieten, ohne das Eventerlebnis zu stark
einzuschränken. Verstöße gegen die Spielregeln müssen mit aller Härte
sanktioniert werden. Die Zeit der freundlichen Appelle ist längst
abgelaufen.
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Datum: 23.11.2015 - 19:50 Uhr
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